Österreich ist ein Einwanderungsland: Die meisten Zuwanderer kommen aus der EU
- Aus Deutschland mit Abstand die größte Gruppe
- Akademie der Wissenschaften veröffentlicht Bericht

·GRAFIK: Erhöhte Zuwanderungsquote
Platter vergibt 8.105 Plätze für das Jahr 2008
·Übliche Ausländer-
Debatte im Nationalrat
Fremdenrecht eindeutig
starker Diskussionspunkt
·Der Ausländeranteil ist weiter angestiegen
16,3 Prozent haben einen
Migrationshintergrund
·Platter präsentiert
Integrationskonzept
Sanktionen bei Mangel an Integrationswillen
Österreich ist ein Einwanderungsland - das macht der nun vorliegende Migrations- und Integrationsbericht der Akademie der Wissenschaften deutlich, der die Entwicklung in den vergangenen Jahren unter die Lupe genommen hat. Der Wanderungssaldo, also die Differenz aus Zu- und Abwanderungen, lag zwischen 2002 und 2005 pro Jahr durchschnittlich bei 42.400 Personen. Die größte Gruppe an Zuwanderern stellten EU-Bürger mit knapp 15.000 Personen pro Jahr, gegliedert nach den einzelnen Staaten kommen aus Deutschland die meisten Zuwanderer.
Laut der von Heinz Fassmann herausgegebenen Studie beruhte die Zunahme der österreichischen Wohnbevölkerung in den Jahren 2002 bis 2005 überwiegend auf Gewinnen aus internationalen Wanderungen. Der mittlere Wanderungssaldo von 42.400 Personen pro Jahr ergibt sich aus jährlich durchschnittlich 118.000 Zuzügen und 75.600 Wegzügen.
2006 signifikanter Rückgang
Aufgeteilt auf Österreicher und Ausländer ergibt sich der Wanderungssaldo aus einem durchschnittlichen Minus von 12.500 Österreichern und einem durchschnittlichen Plus von 54.900 Ausländern.
Für das Jahr 2006 zeigen die Daten allerdings einen signifikanten Rückgang des gesamten Wanderungssaldos um rund 45 Prozent auf 27.477 Personen (Saldo aus plus 32.480 Ausländer/minus 5.003 Österreicher).
Meiste Zuwanderung aus Deutschland
Mit 15.000 Personen kamen zwischen 2002 und 2005 die meisten Zuwanderer aus dem EU-Raum. Die größte Zuwanderergruppe stellten die deutschen Staatsbürger (9.402 im Jahr 2005) dar. Die Studie greift in ihrer Analyse auf die Daten der Statistik Austria zurück. Seit Juni liegen auch die Daten für 2006 vor - auch nach diesen stellen die Deutschen mit 9.076 die meisten Zuwanderer, gefolgt von Polen (3.136) und Serbien-Montenegro (2.261).
FPÖ und BZÖ fühlen sich bestätigt
FPÖ und BZÖ haben die Ergebnisse des aktuellen Migrationsberichts der Akademie der Wissenschaften zum Anlass genommen, ihre Position bei Ausländerfragen zu bekräftigen. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache forderte einmal mehr einen Zuwanderungsstopp und schärfere Asylbestimmungen, "damit auf diesem Weg keine Einwanderung durch die Hintertür stattfinden kann". BZÖ-Chef Peter Westenthaler sieht sich bestätigt, schon vor Jahren habe man "vor dieser Entwicklung" gewarnt.
Autor hofft auf Politiker
Der Herausgeber des Berichts, Heinz Fassmann, hofft darauf, dass er dazu beitragen wird, die politische Diskussion zu versachlichen. In der Politik herrschten oft populistische Platitüden, meinte der Wissenschafter bei der Präsentation des Werkes. Er freue sich auf eine "politische Qualitätsverbesserung". Konkrete Ratschläge wollte er aber nicht erteilen.
(APA/red)
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