"Hilfe, mein Kind will eine Ratte!": Kinohit
'Ratatouille' führt zu einem Ratten-Boom
- NEWS: Was die intelligenten Nager anziehend macht
- Handel und Tierschutzvereine auf Ansturm vorbereitet

·Experte Dr. Walzer im NEWS-Interview
"Die Nager machen keinen Fehler zweimal"
·"Ratatouille" - Der Kinohit in BILDERN!
TV-MEDIA: Gourmetratte
macht Küchenkarriere
Beratungsstellen werden derzeit mit Anfragen beunruhigter Mütter und Väter bombardiert. Seit Remy, die eigenwillig-charmante Pariser Kanalratte, die Chefkoch werden möchte, im Animationskinohit "Ratatouille" über die Leinwände hopst, sind die kleinen Nager nicht mehr igitt, sondern süüüß. Beeindruckende 50 Prozent mehr Ratten-Absatz meldet etwa die britische Handelskette "Pets at Home", und auch in Frankreich sind Remy-Doppelgänger mit blaugrauem Fell und empfindlichen Dumbo-Ohren regelrecht zum Modetier avanciert.
Auch in Österreich - wo "Ratatouille" in den ersten sechs Wochen bereits 632.000 Kino-Besucher verzückt hat - rüsten sich Handel und Tierschutzvereine für den Rattenboom: die einen mit einem verstärkten Angebot an Nagerbedarf (der Baumarkt OBI etwa bietet gut ein Dutzend verschiedener Rattenkäfige an), die anderen mit Tipps zur artgerechten Haltung. So hat der Österreichische Tierschutzverein ein Merkblatt ("Rattige" Tipps für ein artgerechtes Nagerleben) verfasst.
Ratten nun salonfähig
Die Ära, als Ratten nur auf den Schultern der Punks existierten, sind Vergangenheit: Die als ekelig verschrienen Nager sind salonfähig geworden. "Früher dienten Ratten für Teenager und junge Erwachsene als Abgrenzungshaustier, also um sich von der als spießig empfundenen Gesellschaft abzugrenzen", erläutert der Ratten-Fan Harald Fochler.
So zynisch es klingen mag: Dass Ratten heute so umgängliche Haustiere sein können, ist ein Nebenprodukt der Laborrattenzüchtung. Für Tierversuche werden besonders friedfertige, intelligente und leicht zu handhabende Tiere benötigt. Ratten nehmen in der Statistik der Tierversuche (im Jahr 2006 waren es insgesamt 190.121, plus 13,6 Prozent gegenüber 2005) den dritten Rang (12.435) hinter Mäusen und Kaninchen ein.
Rattenhirn dem des Menschen ähnlich
Oft wird vergessen, welche Rolle diese sanftmütigen Geschöpfe für das Selbstverständnis des Menschen spielen. "Das Rattenhirn stellt ein brauchbares Modell des Menschenhirns dar", erläutert der Wildtier-Ökologe Christian Walzer, "durch Verhaltenstests mit Ratten kann man also valide Daten über die Neuropsychologie des Menschen gewinnen." Wissenschaftliche Erkenntnisse der vergangenen Jahre lassen Ratten immer "menschlicher" erscheinen. Sie sind hochsozial, kontaktfreudig und sehr verspielt. Und sie lachen auch gerne.
Psychologen der University of Georgia belegten, dass Ratten sich ihrer eigenen mentalen Fähigkeiten bewusst sind und diese auch einschätzen können. Die Nager absolvierten dabei eine Reihe allmählich schwieriger werdender Tests. Für eine richtige Antwort gab es eine große Belohnung, für eine falsche gar nichts. Verweigerte eine Ratte den Test, bekam sie eine kleine, aber sichere Belohnung. Das Ergebnis: Je schwieriger der Test wurde, umso mehr Tiere verweigerten die Antwort. Offensichtlich trauten sie sich das Lösen der Aufgabe nicht zu und nahmen lieber gleich den Trostpreis entgegen.
Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS Nr. 46/07!
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien13:28
Österreich spürte BebenÜber 1.000 Menschen meldeten Erdstöße - sogar bis Linz und Wien spürbar
