Soldaten "brennen" nicht auf neue Mission:
Falsch informiert über den Tschad-Einsatz?
- Assmann kritisiert laufende Medien-Berichterstattung
- Kommandant hält Bundesheer für sehr gut gerüstet

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Präsident: Auch Kampf- handlungen sind möglich
·'Eine Teilnahme wäre
Schritt nach vorne'
Swoboda für Beteiligung an UNO-Tschad-Mission
·Einsatz des Bundes-
Heeres im Tschad?
Darabos prüft Teilnahme an humanitärer Mission
Die österreichischen Soldaten, die in den Tschad entsandt werden, "brennen" doch nicht auf den Einsatz. Diese Behauptung von Verteidigungsminister Norbert Darabos sei "missverständlich", sagte der Kommandant des österreichischen Kontingents, Oberst Heinz Assmann. Er wäre lieber zu Weihnachten bei seiner Frau und seinem Kind als in Afrika, so Assmann. Den Einsatz sieht er dennoch als "sinnvoll" an und "es ist mein Beruf". "Das Gefährlichste" sei am Beginn die Sonne.
Assmann war bemüht, die in Medien gezeichneten "Horrorszenarien" zu entkräften, denn die Familien der Soldaten würden dadurch beunruhigt werden. Die Lage im Osten des Tschad sei "ruhig und stabil", Gefahr bestehe in erste Linie für die Flüchtlinge, für deren Schutz die EU-Truppe zuständig ist. Man führe dort keinen Krieg, sondern sorge durch militärische Präsenz für Sicherheit, erklärte Assmann.
Im Tschad selbst gebe es auch keine Probleme mit Kindersoldaten, vielmehr würden Kinder aus dem Tschad in den Sudan verschleppt und das sollen ja die EU-Soldaten eben verhindern. Die Hauptaufgabe bestehe darin, Kinder und Frauen aus den Flüchtlingslagern vor Übergriffen zu schützen.
Für alle Fälle gerüstet, Sonne "am gefährlichsten"
Die Befürchtung, dass das österreichische Heer für die Mission nicht ausreichend gerüstet sei, versteht Assmann "überhaupt nicht". Dass die Verhältnisse in dem zentralafrikanischen Land schwierig sind, bestritt der Oberst nicht. "Das Gefährliche" sei am Beginn aber die Sonne. Er selbst habe sich dort schon nach einer halben Stunde einen Sonnenbrand geholt, so Assmann, der an der Erkundung der EUFOR im Tschad im vergangenen Oktober teilgenommen hat.
Harten Bedingungen ausgesetzt sein werden vor allem jene Soldaten der Spezialeinheiten, die im zweiwöchigen Rhythmus die Flüchtlingslager in Iriba und Bahia, rund 200 Kilometer nordöstlich vom Hauptquartier in Abeche entfernt, schützen werden. In den zwei Wochen, in denen sie im Außeneinsatz sind, gibt es für sie nur Dosenverpflegung und keine Dusche trotz Hitze. Vorbereitet wurden die Soldaten auch auf Schlangen und Skorpione. Als Vorsichtsmaßnahme gilt: Stiefeln vor dem Anziehen kräftig ausschütteln. Darüber hinaus wurden die Soldaten gegen Malaria, Gelbfieber, Tollwut und viele andere Krankheiten geimpft. Für Notfälle steht im Hauptquartier jederzeit ein Hubschrauber bereit, sagte Assmann.
Vorerst wird "gecampt"
In den ersten zwei Monaten wird man in Feldbetten und Schlafsäcken nächtigen. Danach soll laut den derzeitigen Plänen ein größeres Lager für die EU-Truppe aufgebaut werden. Die ersten Soldaten des österreichischen Kontingents werden Ende November in den Tschad fliegen, das Gros Mitte Dezember. Die österreichischen Soldaten werden mit allen Zulagen etwa 4.000 Euro netto im Monat verdienen. Das Geld sei aber "nicht der treibende Faktor", so Assmann. (apa/red)
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