Mittwoch, 14. November 2007

Klingel und Türtaster oft nicht erreichbar: Viele Arztpraxen nicht behindertengerecht

  • Nur 9 Prozent der Ordinationen erfüllten Standards
  • Nur jede dritte Praxis ohne Stiegensteigen erreichbar

Für Rollstuhlfahrer sind viele heimische Arztpraxen schwer erreichbar. Gegensprechanlage, Klingel und Türtaster sind bei etwa der Hälfte der Ordinationen in einer Höhe angebracht, die für Rollstuhlfahrer schwer bis gar nicht zu erreichen sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Im September wurden 760 Facharztpraxen überprüft.

"Bei der geeigneten Höhe von Gegensprechanlagen, Klingel und Türtaster sieht es alles andere als zufriedenstellend aus", berichtete Othmar Thann, Direktor des KfV. Nur rund neun Prozent der Ordinationen hatten ihre diese in der empfohlenen Höhe von 85 bis 100 Zentimeter montiert. Bei rund der Hälfte waren sie in einer Höhe angebracht, die Rollstuhlfahrern schon Schwierigkeiten bereiten kann, und 42 Prozent sind für Rollstuhlfahrer überhaupt nicht erreichbar.

Nur jede dritte Ordination ist ohne Stiegensteigen erreichbar. In Kärnten müssen Patienten die wenigsten Stufen bewältigen - 72 Prozent der Ordinationen waren dort barrierefrei. Im Burgenland hingegen ist Fitness gefragt. Hier muss man bei 83 Prozent der Arztpraxen Stiegen steigen. Immerhin hatten 91 Prozent der untersuchten Arztpraxen einen Parkplatz und eine Haltestelle in unmittelbarer Nähe des Hauseingangs. Auch die Ordinationsschilder waren fast überall gut lesbar.

14.11.2007 15:41