Freitag, 9. November 2007

Hirntätigkeit ist von falscher Kost irritiert:
Fettfressende Mäuse verlieren Zeitgefühl

  • Falsche Ernährung bringt innere Uhr durcheinander
  • Erklärung für nächtliche Kühlschrankplünderungen

Fettreiche Ernährung macht nicht nur dick, sondern stört auch die innere Uhr. In einem Experiment stellten Mäuse, deren Futter viel Fett enthielt, ihren Tag-Nacht-Rhythmus um. Bislang wußte man, dass Tiere mit gestörtem Tagesrhythmus mehr fressen und zunehmen. Auch die Umkehrung stimmt: eine schlechte Ernährung beeinflusst die innere Uhr.

Die Forscher der Northwestern University fütterten zwei Gruppen von Mäusen mit unterschiedlicher Kost: Eine Hälfte erhielt normales Futter, die anderen Tiere bezogen 45 Prozent ihrer Kalorien aus Fett. Wurden die Tiere in konstanter Dunkelheit gehalten, so dehnte die Gruppe, die viel Fett verzehrte, im Gegensatz zu konventionell ernährten Mäusen ihren Tag-Nacht-Rhythmus aus. Die Forscher werten dies in der Zeitschrift "Cell Metabolism" als sicheren Hinweis darauf, dass die Ernährung jenen Teil des Gehirns beeinflusst, der die Zeiten von Ruhe und Aktivität steuert.

Gelöstes Rätsel nächtlicher Kühlschrankplünderer
Aber auch wenn den Mäusen durch Helligkeit ein Tag-Nacht-Rhythmus vorgegeben war, so verlagerte Fettkonsum die Aktivitätsphase der Tiere: Die gewöhnlich nachtaktiven Nager begannen schon in der ersten Woche, auch tagsüber zu fressen. "Übertragen auf den Menschen wäre das, als ob man mitten in der Nacht den Kühlschrank plündert", sagt Untersuchungsleiter Joe Bass. (apa/red)

9.11.2007 14:40