Koalitions-Streit um Molterers Lehrerbrief: Modellregionen-Schreiben ärgert Schmied
- Kalina wirft ihm "parteipolitischen Missbrauch" vor
- Grüne: Aussagen seien "unverfroren" & "scheinheilig"

·Nach 'PISA-Studie'
"Bedarf zum Handeln"
Schmied: Schulnoten
werden nicht abgeschafft
·Was wird sich ändern in der 'Gesamtschule'?
NEWS: Fakten und Details
zum neuen Schulmodell
·Neue PISA-Studie kurz vor Erscheinen
Plus: Lese-Studie PIRLS für Volksschüler debütiert
·Modellversuche für Schulreform ab 2008
GRAFIK: Interessierte Regionen und Eckpunkte
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Wer sich nach der Einigung über die Schulreform- Versuche Ruhe an der rot-schwarzen Bildungsfront erhofft hatte, wurde enttäuscht: Die SPÖ nahm einen offenen Brief von Vizekanzler und VP-Chef Molterer an die Lehrer zum Anlass für eine scharfe Attacke auf den Koalitionspartner. Die Rede war von "Zynismus" und "parteipolitischem Missbrauch".
Stein des Anstoßes ist ein Schreiben, in dem sich Molterer bei den Lehrern bedankt und über die Eckpunkte der Experimente mit der "Neuen Mittelschule" informiert - etwa darüber, dass die Schulversuche nur dann stattfinden können, wenn die Lehrer mit Zweidrittelmehrheit zustimmen. Oder darüber, dass die Hauptschulen und Gymnasien (wie von der ÖVP gefordert) auch in den Modellbezirken erhalten bleiben. Das Schreiben aus der ÖVP-Zentrale soll von schwarzen Lehrergewerkschaftern an ihre Kollegen verteilt und an alle Schulen verschickt werden.
Schmied reagiert auf Brief säuerlich
SP-Unterrichtsministerin Schmied reagierte säuerlich: "So kann es nicht gehen, dass ein Ressortminister an die Verantwortungsträger eines anderen Ressorts schreibt." Schmied reagierte in der ORF- "Pressestunde" pikiert und hofft, dass Molterer den Brief in seiner Funktion als VP-Chef und nicht als Finanzminister schickt: "Am Ende könnte ich mir dann überlegen, zum Beispiel an die Mitarbeiter im Finanzamt auch einen Brief zu schreiben. Die Steuerhinterziehungen nehmen zu, die Leute haben vielleicht einen großen Arbeitsdruck."
Kalina warf Molterer "parteipolitischen Missbrauch" vor
Schärfer die Replik aus der SP-Zentrale: Bundesgeschäftsführer Kalina warf Molterer "parteipolitischen Missbrauch" des Bildungsthemas vor. Für den Grünen Bildungssprecher Brosz sind Molterers Aussagen "unverfroren" und "scheinheilig": "Jahrelang hat die ÖVP an alle Ecken des Bildungssystem auf Teufel komm raus gekürzt und gestrichen. Jetzt beklagt Molterer allen Ernstes, dass es zu wenig SchulpsychologInnen und zu wenig Unterstützung für die LehrerInnen gibt und erklärt gleichzeitig, dass es nicht am Geld liege."
(apa/red)
