Montag, 5. November 2007

Erste-Hilfe-Unterricht an allen Schulen: Regelunterricht bis zur verbindlichen Übung

  • Großkoalitionäre Eintracht im Unterrichtsministerium
  • Kdolsky 'erschrocken über Studie des Roten Kreuzes'

Großkoalitionäre Eintracht herrschte im Unterrichtsministerium. "Hausherrin" Schmied und Gesundheitsministerin Kdolsky präsentierten gemeinsam die Ergebnisse eines Erste-Hilfe-Pilotprojektes, das auf alle 6.300 Schulen Österreichs ausgedehnt werden soll. Die beiden Ministerinnen betonten dabei ihr gutes Verhältnis und die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Nach Abschluss der Projektphase liegen vier mögliche Modelle vor, die in einem Leitfaden für Schulen vorgestellt werden. Sie reichen vom Regelunterricht in Erster Hilfe bis hin zur verbindlichen Übung. Langfristiges Ziel ist der flächendeckende Regelunterricht ab der dritten Klasse Volksschule.

"Ich kann ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin, endlich einmal über etwas anderes sprechen zu können", zeigte sich Schmied über die kurze Diskussionspause beim Thema Schulreform erleichtert. Von Kdolsky, die von ihrer Regierungskollegin mit Küsschen auf die Wange begrüßt worden war, kam postwendend Unterstützung: "Wir beide zeigen, dass man gemeinsam sehr gute Projekte umsetzen kann."

Ursache für die derzeit gute Stimmung der beiden Politikerinnen war der Abschluss eines Pilotprojektes im Bereich Erste Hilfe. 15 Schulen hatten sich intensiv mit medizinischen Notfallsituationen beschäftigt und Konzepte erarbeitet, die dabei helfen sollen, Erste- Hilfe-Unterricht systematisch im Schulalltag zu verankern. Die große Herausforderung sei die Standardisierung, so Schmied.

"Ich bin erschrocken, als eine Studie des Roten Kreuzes gezeigt hat, dass sich 73 Prozent der Österreicher nicht trauen, zu helfen", betonte Kdolsky. Erste Hilfe sei keine Frage des Alters, sondern der Ausbildung. Je früher man damit beginne, desto selbstverständlicher ist später die Anwendung im Ernstfall. An der Kampagne "Mach mit! Erste Hilfe in Bewegung" waren auch AUVA, ÖAMTC, Rotes Kreuz, ASBÖ, Malteser und Johanniter beteiligt.

(apa/red)

5.11.2007 12:46