Freitag, 9. November 2007

EU steigt Österreich wegen Defizits auf Füße: Zweifel an schnellem Schuldenabbau

  • Wachstum trotz Abschwächung höher als erwartet
  • Schuldenlast sinkt erstmals auf Zielmarke von 60%

Die EU-Kommission sieht die von Österreich angepeilte Defizitreduktion auf 0,2 Prozent im Jahr 2009 gefährdet. Sie geht in ihrer Herbstprognose davon aus, dass Österreich seine Neuverschuldung in zwei Jahren erst auf 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) abbaut. Das heurige Defizit wird auf 0,8 Prozent geschätzt, entgegen der von Finanzminister Molterer angegebenen 0,7 Prozent.

Die öffentliche Verschuldung wird sich allerdings schon heuer deutlich reduzieren: Erstmals seit 1992 wird sie auf die Maastricht- Zielmarke von 60 Prozent des BIP zurückgehen, erwartet die EU- Kommission. Für 2008 und 2009 wird die Schuldenlast weiter auf 58,4 und 57,2 Prozent sinken.

Das Wachstum wird sich in Österreich nach Einschätzung der EU- Kommission in den nächsten zwei Jahren zwar abschwächen. Mit Zuwachsraten von 2,7 Prozent für 2008 und 2,4 Prozent für 2009 wird die österreichische Wirtschaft dennoch stärker wachsen, als dies von der EU-Behörde bisher vorausgesagt wurde.

Die Beschäftigung in Österreich wird nach Einschätzung der Kommission weiter wachsen. Die Arbeitslosenrate für 2008 und 2009 wird auf 4,2 Prozent geschätzt, gegenüber heuer 4,3 Prozent. Die Inflation wird laut der EU-Prognose auch in den kommenden beiden Jahren unter der kritischen Marke von 2 Prozent bleiben, die Raten liegen bei 1,9 Prozent für heuer und 2008 sowie bei 1,8 Prozent für 2009.
(apa/red)

9.11.2007 19:30