Rasches Ergebnis erfreut: Gehälter im Handel steigen mit Jahresbeginn um 3,1%
- Verhandlungspartner zeigen sich mit Deal zufrieden
- Problem mit unbezahlten Überstunden nicht gelöst
·KV: Handel pokert wieder um mehr Geld
Die KV-Verhandlungen gehen in nächste Runde
·Metallergewerkschaft holt 3,6 Prozent raus
Sowie gewinnabhängige Einmalzahlung von 200
·GRAFIK: Metaller- Abschlüsse seit 1990
Im Vergleich zu Inflation und Wirtschaftswachstum
Die Handelsangestellten bekommen mehr Geld. Überraschend schnell haben sich die Sozialpartner auf neue kollektivvertragliche Mindestgehälter geeinigt. Demnach steigen die Gehälter per 1. Jänner 2008 um 3,1 Prozent bzw. um mindestens 45 Euro. Die Verhandlungspartner zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden.
Verhandlungsleiter der Arbeitgeber, Alois Wichtl, sagte in einer ersten Reaktion, dass sich "beide Seiten mit erhobenen Hauptes in die Augen schauen können".
Im Vergleich dazu steigen die Metaller-Löhne und Gehälter um rund 4 Prozent. Damit liegt der Handelsabschluss um 0,9 Prozentpunkte darunter. Im Vorjahr betrug der Abstand 0,25 Prozentpunkte.
GPA zufrieden
Auch die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) zeigte sich mit dem Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen für die Handelsangestellten in einer ersten Reaktion zufrieden. "Wir haben einen vertretbaren Abschluss erzielt, der vor allem die Gehälter niedriger Einkommensbezieher begünstigt", sagte GPA-Verhandler Manfred Wolf zur APA. Dies sei gerade für das "Heer der Niedrigverdiener im Handel ein herzeigbares Ergebnis".
Die Gespräche seien von Beginn an "sehr sachlich und konstruktiv" verlaufen, so Wolf. Daher sei auch bereits heute, in der zweiten Verhandlungsrunde, ein Abschluss möglich gewesen. Wie berichtet, wurden arbeitsrechtliche Aspekte in diesem Jahr bei den KV-Verhandlungen außen vor gelassen, weil diese in eigenen Verhandlungen über eine Gesamtreform des Handels-KV behandelt würden.
Überstunden-Problem nicht gelöst
Das heiße Thema der zahlreichen, nicht abgegoltenen Überstunden im Handel sei zwar nicht endgültig gelöst worden, aber in die Verhandlungen eingeflossen, hieß es. Die nicht abgegoltenen Überstunden im Handel entsprechen nach Gewerkschaftsangaben 2,5 bis 5 Prozent der gesamten Gehaltssumme, also rund 200 Mio. Euro.
(apa/red)

