Dienstag, 6. November 2007

Neugeschäft belebt die Euro-Dienstleister: Steigende Beschäftigung in Deutschland

  • September-Tief der Finanzkrise ist überstanden
  • Skepsis für die Zukunft in Deutschland und Spanien

Die Oktoberumfrage der Euro-Dienstleister zeigt einen Trend nach oben, der Aufschwung ist vor allem den Neugeschäften zu verdanken. Auch wenn nicht an Werte der Boom-Phase im Sommer angeschlossen werden kann, ist die Finanzkrise überwunden. Für die zukünftige Entwicklung sind die Unternehmer jedoch großteils pessimistisch.

Die Geschäfte der Dienstleister der Euro-Zone haben im Oktober wieder an Schwung gewonnen. Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex für die Branche stieg nach endgültigen Berechnungen um 1,6 Punkte auf 55,8 Zähler, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Dienstag mitteilte. Die Umfrage unter 2.000 Unternehmen belegt, dass der Aufschwung nach dem Rückschlag im September nun wieder kräftig Fahrt aufgenommen hat.

Dennoch reicht die Dynamik nicht mehr an die Boom-Phase im Hochsommer heran. Die deutschen Dienstleister steckten den Dämpfer durch die Finanzkrise im Vormonat gut weg und konnten ebenfalls wieder kräftiger wachsen. Allerdings war die Belebung nicht so stark wie in Frankreich.

Wettbewerb verhindert Preiserhöhungen
Getragen wurde der Aufschwung in der Euro-Zone insbesondere von einem kräftig belebten Neugeschäft. Dieser Teilindex stieg auf 55,6 von 54,2 Punkten im Vormonat. Auch der Beschäftigungszuwachs setzte sich fort, insbesondere in Deutschland. Hier hatte die heimische Wirtschaft im Vergleich mit den anderen drei großen Ländern der Euro-Zone die Nase vorn, Frankreich lag auf Rang zwei.

Den gestiegenen Kostendruck konnten die Serviceunternehmen allerdings nicht an die Kunden weiterreichen, da der scharfe Wettbewerb Preiserhöhungen verhinderte. Insbesondere die deutschen Firmen blieben vielfach auf gestiegenen Kosten sitzen, da die Preise hierzulande so schwach anzogen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.

Zukunftsaussichten trotzdem düster
Entsprechend skeptisch blicken die Unternehmen zwischen Rhein und Oder in die Zukunft. Sie rechnen fest mit einer konjunkturellen Abschwächung in den kommenden zwölf Monaten. Einen derart düsteren Firmen-Ausblick wie im Oktober hat es in der Umfrage seit viereinhalb Jahren nicht mehr gegeben. Noch pessimistischer sind die spanischen Dienstleister, die die künftige Entwicklung so negativ sehen wie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA nicht mehr. Anders hingegen ist das Stimmungsbild bei den französischen Unternehmen, die die künftige Geschäftslage wesentlich optimistischer beurteilen. (apa/red)

6.11.2007 11:45