Montag, 5. November 2007

Verwirrung um neue deutsche Bahnstreiks: DB kritsiert Wirrwarr um GDL-Streikpläne

  • "Durcheinander ist das einzig Beständige bei GDL"
  • Unangekündigte Arbeitsniederlegungen bei Privatbahn

Die Verwirrung über den Zeitpunkt weiterer Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hält an. Äußerungen von GDL-Chef Schell über einen Verzicht auf Arbeitsniederlegungen im Güterverkehr in dieser Woche hatte die Gewerkschaft wieder zurückgezogen. Dafür gab es einen nicht angekündigten Streik bei einer Privatbahn in Norddeutschland.

Die GDL-Führung will erst über das weitere Vorgehen entscheiden. Ein Bezirkschef der Gewerkschaft sagte aber, mit Streiks im Güter- und Fernverkehr müsse ab Mittwoch gerechnet werden.

Kritik am Wirrwarr um Streikpläne
Die Deutsche Bahn AG kritisierte das Wirrwarr um die Streikpläne der Lokführergewerkschaft scharf. "Das Chaos in der GDL-Führung wird immer schlimmer", kommentierte Konzernsprecher Schumacher. Erst habe der GDL-Vorsitzende den Streikverzicht für diese Woche erklärt, dann habe die Pressestelle dementiert. Während diese eine Entscheidung für Dienstag oder Mittwoch ankündigte, habe sie Schells Stellvertreter Weselsky in einem Zeitungsinterview in Aussicht gestellt.

"Dieses Durcheinander ist das einzig Beständige bei der GDL", kritisierte der Bahn-Sprecher. Offenbar wüssten ihre Funktionäre selbst nicht mehr, was sie wollten. Schumacher forderte die Lokführergewerkschaft auf, "dieses Verwirrspiel umgehend zu beenden, klare Führung erkennen zu lassen und endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren".

Ein unangekündigter Streik der GDL beeinträchtigte mehrere Strecken einer Privatbahn in Schleswig-Holstein. Von Betriebsbeginn um 03.30 Uhr bis um 09.00 Uhr streikten die Lokführer bei der AKN und dem Tochterunternehmen Schleswig-Holstein-Bahn, wie der Bezirksvorsitzende der GDL Nord in Hamburg mitteilte.

(apa/red)

5.11.2007 14:52