Nach Rekord-Schützenfest gegen Besiktas:
Der FC Liverpool will auf dem Boden bleiben
- Inzaghi egalisiert Europacup-Bestmarke von Müller
- Bremens Harnik feiert bei 0:2 gegen Lazio sein Debüt

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Zu Beginn der zweiten Hälfte der Gruppen-Phase in der Fußball-Champions League hat es trotz zweier "Nullnummern" eine Flut an 21 Toren (Schnitt 2,625), einen neuen Liga-Rekord und eine Egalisierung einer Bestmarke gegeben. Für den neuen Rekord sorgte der FC Liverpool. Der Finalist der vorigen Saison erreichte im Pool A mit dem 8:0 an der Anfield Road gegen Besiktas Istanbul den höchsten Erfolg seit Einführung der Königsklasse in der Saison 1992/93.
Damit revanchierten sich die "Reds" nicht nur für das 1:2 vor zwei Wochen in der Türkei, sondern hielten mit dem ersten Dreipunkter die schon verspielt scheinende Aufstiegschance am Leben.
Mann des Schützenfestes war Yossi Benayoun, der nicht nur drei Tore erzielte, sondern auch noch zwei weitere vorbereitete. "Es ist fantastisch, mit ihm zu spielen", lobte der zweifache Torschütze Peter Crouch seinen Nebenmann. Der englische Teamstürmer warnte aber auch: "Wir heben jetzt nicht ab, auch wenn es ein bemerkenswerter Sieg war. Wir genießen die vielen Tore, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns in dieser Gruppe." Diese führt nach dem 2:1-Heimsieg gegen den bisherigen Spitzenreiter Olympique Marseille der FC Porto an.
Rosenborg überrascht erneut
Der FC Chelsea und Real Madrid vergaben jeweils in der Fremde gegen FC Schalke bzw. Olympiakos Piräus mit torlosen Remis den vorzeitigen Aufstieg. Aber beide Vereine behielten ihre Tabellenführung im Pool B bzw. C. In Gelsenkirchen boten die Hausherren die beste Saisonleistung, die jedoch nur zu zwei Metalltreffern reichte. "Leider sind wir nicht belohnt worden. Die Mannschaft hat leidenschaftlich gekämpft und viele gute Torchancen herausgespielt", resümierte S04-Coach Mirko Slomka.
In der Chelsea-Gruppe wird Rosenborg immer mehr zu einem seriösen Aufstiegskandidaten. Nach dem Heimsieg schlugen die Norweger den FC Valencia auch im Mestalla-Stadion wieder 2:0 und haben als Zweiter drei Zähler Vorsprung auf Schalke. Während die Trondheimer ihren zweifachen, bald 31-jährigen Doppelpack-Torschützen Steffen Iversen feierten, gingen die spanischen Medien mit ihrem Vertreter, der erstmals vom Niederländer Ronald Koeman betreut wurde, hart ins Gericht.
"Torhüter Hildebrand und die Abwehr um Albelda lieferten gleich eine ganze Kette von Fehlern ab. Das zweite Tor hat den deutschen Keeper den Gästen auf dem Silbertablett serviert", schrieb die Zeitung "As". Feierte Schalke das 0:0 wie einen moralischen Sieg, enttäuschte Werder Bremen in Gruppe C in Rom gegen Lazio beim 1:2 auf allen Linien, verlor Regisseur Diego durch Ausschluss, Kapitän Baumann durch Nasenbeinbruch und ist als Schlusslicht nun schon auf fremde Hilfe angewiesen.
"Pippo" holt den "Bomber" ein
"Wir sind naiv, ohne Pepp aufgetreten, haben ohne die letzte Bereitschaft agiert. So können wir gegen Real und Piräus nicht gewinnen", kritisierte Werder-Manager Klaus Allofs. Einen kleinen Lichtblick gab es für ÖFB-Teamspieler Martin Harnik. Nach den drei vorangegangen Partien gab er nach der Pause als Wechselspieler sein Debüt in der Eliteliga.
Den dritten Sieg im vierten Spiel fuhr der AC Milan ein. Der Titelverteidiger siegte nach dem klar 4:1 daheim gegen den Salzburg-Bezwinger Schachtjor auch auswärts mit drei Toren Differenz (3:0). Zwei Treffer steuerte dabei der eingewechselte Filippo "Pippo" Inzaghi bei. Der Italiener zog damit laut den Agenturen AFP und Si in der "ewigen" Schützenliste des Europacups mit dem Deutschen Gerd Müller (ebenfalls 62 Goals) gleich.
Durch Inzaghis Auftritt geriet auch das verschobene Saisondebüt Ronaldos in den Hintergrund. "Großartig, Pippo war da, als es wichtig wurde. Ronaldo habe ich nicht gebracht, weil ich in der Kälte kein Risiko eingehen wollte", sagte Milan-Feldherr Carlo Ancelotti. Die Rossoneri haben in Gruppe D jeweils drei Punkte Vorsprung auf die Ukrainer und Celtic Glasgow. Die Schotten kamen daheim gegen Benfica Lissabon zu einem 1:0.
(apa/red)
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