Niko Kovac im Wahlkampf Kroatiens aktiv: Mit Empfehlung für National-Konservative
- Auch Ex-Tenisspieler Goran Ivanisevic in der Politik
- Grund: Kroaten im Ausland sollen Wahlrecht verlieren

Salzburg-Mittelfeldmotor Niko Kovac mischt sich neuerdings in die kroatische Innenpolitik ein. In einem Video-Spot, der unter anderem von der Tageszeitung "Jutarnji list" veröffentlicht wurde, wirbt der "rote Bulle" ausgerechnet für die national-konservative Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) von Premier Ivo Sanader. In Kroatien finden am 25. November Parlamentswahlen statt.
"Wählt die HDZ", empfiehlt der Fußballer. Auch mit anderen Sportgrößen wie dem Handballer Ivano Balic oder dem früheren Top-Tennisspieler Goran Ivanisevic wurden ähnliche Videos gedreht. Der kurze Film zeigt den in Berlin geborenen und in Deutschland aufgewachsenen Kovac zuerst im Red-Bull-Stadion Wals-Siezenheim, dann bei einem Rundgang durch die Salzburger Innenstadt.
"Ich bin Niko Kovac, Kapitän der kroatischen Fußballmannschaft", stellte sich der 36-Jährige artig vor, "derzeit lebe ich aber in der Diaspora". Damit er und andere Auslandskoraten weiterhin das Stimmrecht behalten dürfen, gebe es nur eine Wahl, so Nikos Schlussbotschaft: "HDZ und Dr. Ivo Sanader!"
Opposition will Wahlrecht einschränken
Auch Sanader selbst nahm bei einer Wahlveranstaltung Bezug auf außerhalb Kroatiens lebende Sportgrößen: "Ivan Ljubicic durfte vor zwei Jahren für Kroatien den Davis Cup in die Höhe stemmen, Niko Kovac trägt die Kapitänsbinde des Nationalteams. Dass sie das kroatische Parlament nicht wählen dürfen, diese Politik wird nicht kommen."
Der Hintergrund: Mit "Diaspora" werden in Kroatien generell im Ausland lebende Kroaten bezeichnet. Der Chef der oppositionellen Sozialdemokraten (SDP), Zoran Milanovic, entfachte jüngst aber eine Diskussion über das Wahlrecht für die "Diaspora" entfacht. Dabei hatte Milanovic aber vor allem die kroatische Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina gemeint, die seiner Meinung nach als Auslandskroaten gesehen werden dürfen, weil sie ein konstitutives Volk ihres Landes sind. Dennoch haben sie auch bei Wahlen in Kroatien Stimmrecht.
Die SDP, die in Umfragen mit der HDZ ungefähr gleichauf liegt, plant im Falle eines Wahlsiegs aber auch Einschränkungen beim Wahlrecht für die "Diaspora". Derzeit bekommen auch die Nachkommen kroatischer Emigranten automatisch die Staatsbürgerschaft Kroatiens, auch wenn sie möglicherweise noch nie in dem Land gewesen sind. In der Regel votieren die Auslandskroaten eher für nationalistisch-konservative Parteien wie die HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) oder das ganz rechte Parteienspektrum.
(apa/red)
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