Samstag, 10. November 2007

Noch lauert Ski-Ass Reinfried Herbst im Hintergrund: "Ich darf nicht gierig sein"

  • Erstes Ziel ist Rückkehr in Top 15 der Startliste

Reinfried Herbst will wieder da hin, wo er als Silbermedaillengewinner im Februar 2006 in Sestriere bei den Olympischen Spielen war - in die Slalom-Weltspitze. Der Weg zurück nach dem bei einem Benefiz-Fußballspiel im Juli 2006 im linken Knie erlittenen Kreuzbandriss muss vorsichtig begangen werden, der Salzburger berichtete, dass er den Level von seinen Comeback-Rennen beim Saisonausklang im Frühjahr überschritten hat, doch will er nichts überstürzen: "Ich muss mich zügeln und darf nicht zu gierig sein", sagte Herbst.

Sich zügeln heißt, die Läufe sicher ins Ziel bringen, um möglichst schnell wieder unter die Top 15 der Startliste zu kommen. Die Freude über den Saisonstart ist beim Slalomspezialisten riesig: "Für mich ist das ein erster richtiger Gradmesser. Ich glaube, selbst wenn ich 15 Jahre im Weltcup bin, wird der Auftakt immer etwas Spezielles sein. Ich habe mich intensiv und gut vorbreitet."

Der 29-jährige Salzburger hat am Ende der vergangenen Saison - er gab Ende Jänner in Kitzbühel nur etwas mehr als sechs Monate nach seiner schweren Knieverletzung das Comeback - festgestellt, dass er muskulär relativ schnell abbaute. "Mitte April bis Juli bin ich nicht Ski gefahren, Kondition- und Kraftaufbau standen im Vordergrund." Als er dann in Neuseeland erstmals wieder auf Skiern stand, beunruhigte ihn nach wie vor das linke Bein. "Es war weniger das Knie, als die Wade. Es fühlte sich an, wie wenn die Muskulatur verkürzt wäre, bis Oktober hatte ich ein Beugungsdefizit." Er verlagerte daraufhin die Therapie vom Knie auf den ganzen Körper und seitdem zwickt nichts mehr.

Gut auf neue Ski eingestellt
Der Blizzard-Fahrer bezeichnet sich als feinfühligen Fahrer, bereits nach dem Skitesten im Frühjahr war für ihn die Umstellung auf das neue Material vollzogen. "Am Anfang war es gewöhnungsbedürftig, weil die Ski nicht mehr so spitzig sind und länger brauchen, bis sie reagieren", erklärte Herbst. Die geplante Entschärfung ist nach Meinung des Rennläufers aber trotzdem nicht passiert: "Es ist so ziemlich gleich wie im Vorjahr, die Skifirmen haben das halt woanders wieder reingebracht."

Mit neuen Taillierungen (breitere Skier) und niedrigeren Standhöhen (tiefer Position) sollte vor allem die Sicherheit für die Läufer erhöht werden. Was die Standhöhe betrifft, musste Herbst nichts ändern: "Das habe ich sowieso nie ausgereizt. Es ist nicht das, was ich für meinen Stil brauche."

(apa/red)

10.11.2007 13:08