Donnerstag, 8. November 2007

Federer bei Masters auf doppelter Mission:
Turniersieg und Konkurrenz vom Leib halten

  • Heuer nicht so stark wie in den letzten drei Jahren
  • Aber: Ist bei wichtigen Turnieren immer in Bestform

Der Weltranglisten-Erste Roger Federer tritt in doppelter Mission zum am Sonntag in Shanghai beginnenden Tennis-Masters-Cup an. Der Schweizer will seinen Titel erfolgreich verteidigen und zudem bestätigen, trotz heuer zwischenzeitlichen Durchhängern nach wie vor der Beste seiner Zunft zu sein.

Ein Vergleich fördert es zutage: Federer trat im Vorfeld des Masters nicht so unwiderstehlich auf wie im Vorjahr. Damals war er in 24 Einzeln en suite ungeschlagen geblieben und hatte nach den US Open auch die Turniere in Tokio, Madrid und Basel gewonnen. Der Verzicht auf Paris-Bercy erlaubte es ihm außerdem, auf dem Weg nach Shanghai in Dubai einen Zwischenhalt einzulegen, um sich den letzten Schliff für den abschließenden Jahres-Höhepunkt zu holen.

2007 'nur' sieben Turniersiege
Federer dominierte heuer wohl erneut beim US Open und in Basel, musste sich aber in Madrid und Paris-Bercy innerhalb von zwei Wochen zweimal dem Argentinier David Nalbandian geschlagen geben - und schuf derart Raum für Spekulationen über seine gegenwärtige Form. Nalbandian war in Shanghai als Nummer 9 der Jahreswertung als Ersatzmann vorgesehen, verzichtete aber. An seiner Stelle rückte der Spanier Tommy Robredo nach.

Für viele Beobachter der Szene bezog Federer die letzten zwei Niederlagen gegen einen Gegner, der sich in absoluter Bestform präsentierte. Für einige lieferten sie aber die Bestätigung dafür, dass der Weltranglisten-Erste die Konkurrenz mehr denn je im Nacken spürt. Als Beweis dafür wird die Anzahl der in diesem Jahr gewonnenen Titel ins Feld geführt, die mit jener in den voraus gegangenen drei Saisons nicht Schritt zu halten vermochte.

Nicht 10 (2004) oder 11 gewonnene Turniere (2005, 2006) hat Federer vor dem Masters in seiner Erfolgsbilanz stehen, sondern lediglich 7. Beruhigend für Federer dürfte aber wirken, dass er im Gegensatz zur Quantität punkto Qualität der Siege den Besitzstand gewahrt hat. Wie 2004 und 2006 gewann er drei der vier Grand-Slam-Events (Australian Open, Wimbledon, US Open) und machte sich so wieder zum klar erfolgreichsten Spieler auf der Tour.

3 der 4 Grand-Slams gewonnen
Zudem dürften Federers Niederlagen gegen Nalbandian die Konkurrenz im Glauben bestärkt haben, selber auch gegen den Besten bestehen zu können. Was allerdings für die Major-Turniere gilt, kommt auch beim Saisonfinale zum Tragen: Bei den ganz großen Turnieren vermag der Basler jeweils sein bestes Tennis abzurufen, so dass ihm nur ganz schwer beizukommen ist. Der Leistungsausweis beim Masters ist denn auch beeindruckend.

Federer entschied das Turnier bei fünf Teilnahmen drei Mal (2003, 2004, 2006) für sich. Derzeit steht er mit 22:2 Siegen zu Buche, nach 15 Gruppenspielen ist er noch ungeschlagen. Die Niederlagen bezog er 2002 im Halbfinale gegen den Australier Lleyton Hewitt und 2005 im Endspiel gegen Nalbandian.

Bemerkenswert sind Federers Bilanzen gegen seine sieben Mitstreiter beim diesjährigen Masters: Mit Ausnahme von Rafael Nadal, gegen den er mit 5:8 Siegen im Hintertreffen liegt, verlor er gegen Dawidenko (10:0), Ferrer (7:0) und Gonzalez (10:0) noch nie und gegen Djokovic (5:1), Roddick (14:1) sowie Gasquet (6:1) je einmal.

(apa/red)

8.11.2007 17:15