Samstag, 10. November 2007

Wieder Massenflucht aus Mogadischu: 60 Tote nach schwersten Kämpfen seit Monaten

  • Einwohner fliehen auf Lastwagen, Eseln oder zu Fuß
  • Human Rights Watch: "Zügellose Kriegsverbrechen"

Nach den schwersten Kämpfen zwischen äthiopischen Truppen und islamischen Rebellen in der somalischen Hauptstadt seit Monaten sind tausende Menschen aus Mogadischu geflohen. Die Einwohner flüchteten nach Augenzeugenberichten auf Lastwagen, Eseln oder zu Fuß. Wegen der Gefechte der vergangenen zwei Wochen flüchteten bereits etwa 90.000 Menschen aus oder innerhalb von Mogadischu.

Zuvor waren bei den schweren Kampfhandlungen mindestens 59 Menschen getötet worden. Zuletzt war die Lage ruhig. Leichen äthiopischer Soldaten waren am Vortag durch die Straßen geschleift und von einem wütenden Mob mit Steinen beworfen. "Tod den Aggressoren und ihren Strohmännern!", riefen Hunderte Menschen, unter ihnen zahlreiche Frauen und Kinder.

Die Regierung von Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed ist vollständig von äthiopischer Militärhilfe abhängig. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den Konfliktparteien "zügellose Kriegsverbrechen" vorgeworfen. Die äthiopischen Truppen und ihre somalischen Verbündeten seien ebenso wie die Islamisten verantwortlich für "massives Leiden der Zivilbevölkerung".

(apa/red)

10.11.2007 16:40