Suu Kyi geht auf "Tuchfühlung" mit Junta: Treffen mit Regierungsvertreter Burmas
- Oppositionelle auf Titelseite der staatlichen Zeitung
- Nach mehr als 3 Jahren Isolation Suu Kyi wieder frei

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Am Tag nach dem Treffen eines Bevollmächtigten der burmesischen Militärjunta mit der unter Hausarrest stehenden Rebellin Aung San Suu Kyi, hat das Regime Verständigungsbereitschaft signalisiert. Auf der Titelseite der staatlichen Zeitung "New Light of Myanmar" erschien ein Foto, das die Vorsitzende der Nationalen Liga für Demokratie mit Junta-Verbindungsmann Vize-Arbeitsminister Aung Kyi zeigte.
Nach mehr als drei Jahren in nahezu vollständiger Isolation konnte Suu Kyi erstmals wieder mit Vertretern ihrer Partei zusammentreffen. Sie bescheinigte dabei der Militärführung einen Sinneswandel. Die Generäle seien ernsthaft gewillt, für die nationale Aussöhnung zu arbeiten, wurde sie zitiert. Ihre Partei verwies anschließend darauf, dass sie nicht für ein Ende der internationalen Sanktionen sorgen könne.
Die Junta hatte als Vorbedingung für Gespräche Suu Kyis mit Juntachef Than Shwe verlangt, dass die NLD-Vorsitzende die westlichen Sanktionen gegen das Regime explizit verurteilt. "Aung San Suu Kyi hat mit von anderen Ländern verhängten Sanktionen nichts zu tun. Das geht nur die Behörden in den betreffenden Ländern etwas an", sagte Parteisprecher Nyan Win.
Die NLD hatte 1990 Wahlen zu einer Verfassungsgebenden Nationalversammlung mit Vierfünftelmehrheit gewonnen, doch hatte das Militär die Machtübergabe verweigert und die Wahlen annulliert.
Nach Informationen der Menschenrechts- und Gefangenenhilfe- Organisation "amnesty international" (ai) werden noch immer rund siebenhundert Teilnehmer der vor über einem Monat brutal niedergeschlagenen friedlichen Proteste gegen die herrschende Militärjunta festgehalten, darunter Kinder und schwangere Frauen. Es würden verlässliche Informationen vorliegen, wonach die Häftlinge schlechten Behandlungen ausgesetzt seien. Sie würden ohne Wasser und Nahrung, Decken und Medikamente in überfüllten Zellen festgehalten. Einige Gefangene müssten in Hundezwingern leben.
(apa/red)
