Proteste in Pakistan werden fortgesetzt:
Hunderte Anwälte gehen auf die Straßen
- Schlagstockeinsatz der Polizeikräfte in Multan
- Opposition spricht von bisher 3.500 Verhaftungen

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Drei Tage nach der Verhängung des Ausnahmezustands in Pakistan dauern die Proteste gegen Staatschef Pervez Musharraf an. In der Stadt Multan gingen etwa 1000 Juristen auf die Straße und lieferten sich nach Berichten von Augenzeugen schwere Zusammenstöße mit der Polizei. Mindestens drei Menschen wurden verletzt.
Die Anwälte warfen mit Steinen, als sie von mehreren Hundertschaften der Polizei daran gehindert wurden, das Gelände des Bezirksgerichts zu verlassen. Die Polizei warf Steine zurück und ging mit dem Schlagstock gegen die Demonstranten vor. Außerdem drangen Polizisten in den "High Court" von Multan ein und nahmen mindestens sechs Anwälte fest. In der Hauptstadt Islamabad zogen mehrere Hundert Anwälte zum Bezirksgericht und beschimpften Musharraf als "Verbrecher".
Die Juristen sind besonders aufgebracht über die Entmachtung des Obersten Gerichtshofes, der in dieser Woche über die Zulässigkeit der Wiederwahl Musharrafs entscheiden sollte. Ähnliche Demonstrationen wurden zuvor von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Nach Angaben der Opposition wurden bisher mehr als 3.500 Personen verhaftet, die Zahlen der Regierung sind etwa halb so hoch.
Bhutto ruft zu Porotesten auf
Die pakistanische Oppositionsführerin und Ex-Premierministerin Benazir Bhutto hat Massenproteste gegen Staats- und Armeechef Pervez Musharraf angekündigt. Er müsse unverzüglich den Ausnahmezustand in Pakistan aufheben und zur Demokratie zurückkehren, sagte Bhutto der britischen Zeitung "The Times". Sie werde die Anhängerschaft ihrer Pakistanischen Volkspartei (PPP) zu Protesten aufrufen, erklärte Bhutto. Zudem wolle sie in der Hauptstadt Islamabad mit Führern anderer Oppositionsgruppen zusammentreffen und eine Massenkundgebung für den kommenden Freitag in der Stadt Rawalpindi vorbereiten.
"Wenn wir nichts unternehmen, könnte Musharraf denken, die Nation unterstützt, was geschehen ist, doch das tut die Nation nicht", sagte Benazir Bhutto nach einer Beratung mit Funktionären der PPP in Karachi. "Die Menschen in diesem Land wollen Veränderungen. Sie wollen, dass General Musharraf die Verfassung wieder in Kraft setzt, als Armeechef zurücktritt und die Wahlen wie ursprünglich geplant zulässt."
(apa/red)
