Sarkozy holt sieben Europäer nach Hause:
Tschad beschuldigte sie des Kinderhandels
- Angeblich keine Gegenleistung für die Freilassung
- 10 weitere Europäer bleiben vorerst im Tschad
·Tschad: Staatsaffäre um "Kinderhändler"
Frankreichs Sarkozy holt Landsleute nach Hause
Elf Tage nach ihrer Festnahme wegen des Verdachts auf Kindesentführung im Tschad sind sieben von 17 Europäern wieder in Freiheit. Drei französische Journalisten und vier spanische Flugbegleiter wurden von einer Pariser Regierungsmaschine mit Präsident Sarkozy an Bord in ihre Heimatländer gebracht.
Die französische Justizministerin Dati erklärte, für die Freilassung der sieben Europäer habe es keine Gegenleistung gegeben. "Es war eine rein juristische Angelegenheit", sagte sie im Sender RTL. Das Schicksal der noch in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena inhaftierten Personen liege weiter in Händen der dortigen Justiz. Es handelt sich um sechs französische Mitglieder von Arche de Zoe sowie drei Piloten und einen Flugbegleiter aus Spanien beziehungsweise Belgien.
Die Festgenommenen hatten versucht, 103 angebliche Waisenkinder aus der sudanesischen Bürgerkriegsprovinz Darfur auszufliegen. Die meisten der Kinder sind nach Angaben von UN-Hilfsorganisationen aber keine Vollwaisen und stammen aus dem tschadischen Grenzgebiet.
In einem Beitrag des Senders M6 wurden die fragwürdigen Methoden von Arche de Zoe offenkundig. Es war zu sehen, wie Stammesvertreter Kinder in einem Zentrum der Gruppe im Osten des Tschads abgaben. Die Mitarbeiter erkundigten sich weder nach der genauen Identität der Kinder noch nach den wichtigsten Dokumenten. Einer der freigelassenen Journalisten filmte, wie Kindern Verbände angelegt wurden. Dadurch sollten sie "wie Kriegsopfer" aussehen, sagte ein Mitglied der Organisation. Der Reporter Marc Garmirian wies gleichwohl den Vorwurf zurück, die Gruppe habe sich des Kinderhandels schuldig gemacht.
(apa/red)
