Bush will Türkei von Offensive abhalten: Ankara erwarte dennoch "konkrete Schritte"
- Experte: Treffen von Bush und Erdogan maßgeblich
- 100.000 türkische Soldaten bereits an der Grenze

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US-Präsident George W. Bush will den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen in Washington von einer militärischen Intervention zur Bekämpfung der kurdischen PKK-Guerilla im Nordirak abhalten. Die USA befürchten eine Destabilisierung des relativ ruhigsten Teil des Irak und einen Präzedenzfall für andere Länder mit kurdischer Minderheit wie dem Iran.
Die Regierung in Ankara hat allerdings deutlich gemacht, dass sie mit den bisherigen Zusagen Washingtons hinsichtlich einer Zügelung der Kurdischen Arbeiterpartei nicht zufrieden ist. Die Türkei hat an der Grenze zum Irak hunderttausend Soldaten zusammengezogen.
Ein Experte vom Washingtoner Zentrum für Strategische und Internationale Studien, Bülent Aliriza, sagte, der jüngste Besuch der US-Außenministerin Condoleezza Rice habe die türkischen Erwartungen nur erhöht. "Wenn Präsident Bush nicht klar macht, dass er direkt gegen die PKK vorgehen will, oder dass er die irakischen Kurden dazu bringt, wird Erdogan einer militärischen Operation vielleicht nicht widerstehen können", sagte er. Der frühere US-Botschafter in der Türkei, Mark Parris, meinte, die Begegnung im Weißen Haus seit die letzte Chance für die US-Regierung, die Beziehungen zu dem NATO-Partner Türkei wieder zu entspannen. "Wenn Erdogan etwas Vernünftiges und Konkretes hört, kann das diese Beziehung vielleicht wieder kitten", sagte Parris, der nun beim Brookings-Institut tätig ist. "Wenn nicht, wird das womöglich bis zur nächsten US-Regierung warten müssen."
Er gehe davon aus, dass sein Besuch bei Bush "positiv" verlaufen werde, sagte der türkische Premier vor seiner Abreise nach Washington. Er erwarte von den USA "konkrete Schritte in einer Zeit, in der terroristische Angriffe vom nördlichen Irak aus die Geduld unserer Nation auf die Probe stellen". Den im Irak stationierten US-Truppen wirft Ankara vor, nicht konsequent genug im autonomen kurdischen Nordirak gegen die Aufständischen vorzugehen. (apa/red)
