Bischöfe sind besorgt über die Gesellschaft:
Bewährt Tragendes von Aushöhlung bedroht
- Erklärung der Bischofskonferenz im Heiligen Land
- Sehen innerkirchliche "Versuchung zur Resignation"

·Bischöfe besuchen Yad Vashem in Israel
Mit großer Betroffenheit beim Holocaustmahnmal
Die Bischofskonferenz hat zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung, die erstmals im Hl. Land stattfand, in einer in Jerusalem veröffentlichten Erklärung ihre Sorge über die Entwicklung der Kirche und Gesellschaft in Österreich geäußert.
In der Zivilgesellschaft sei " viel bewährt Tragendes von Aushöhlung und Zerfall bedroht". Dies betreffe besonders "Familie und Ehe, die Solidarität mit dem noch Ungeborenen und mit kranken, alten Menschen und den Mut zu mehr Kindern", heißt es in der Erklärung.
Im Hinblick auf die wachsende innerkirchliche Kritik - Stichwort Pfarrerinitiative rund um Helmut Schüller - beklagen die Bischöfe, dass es "eine Versuchung zur Resignation" gebe - "auch bei Priestern und Ordensleuten angesichts von Schwächen in manchen Bereichen des kirchlichen Lebens". Die Gründe dafür seien zahlreich: "Wir sollten uns davor hüten, einige der Hauptursachen von einander zu trennen und gegeneinander auszuspielen." So sei der Rückgang der Besucher von Sonntagsgottesdiensten keineswegs nur auf den Mangel an Priestern zurückzuführen. Diese Meinung wird von der Pfarrerinitiative vertreten.
Die Bischöfe erklären weiters, dass sie die Spannungen "nicht ausweichen und nicht kleinreden" wollten. "Wir sind aber davon überzeugt", so die Bischöfe, "dass wir in der Kirche Österreich tiefer graben und auch tiefer denken müssen, als dies jetzt oft vorgeschlagen wird."
Abgefasst wurde der "Hirtenbrief vom Berg der Seligpreisungen in Galiläa" zum Abschluss der Vollversammlung: "Drei Monate nach dem Besuch von Papst Benedikt dem XVI in Österreich und seiner Reise als Pilger nach Mariazell haben wir Bischöfe eine Pilgerfahrt in das Hl. Land unternommen. Hier - am Ursprung des Christentums - haben wir gebetet; wir haben bei unserer hier abgehaltenen Herbstkonferenz über Impulse aus dem Besuch des Hl. Vaters und über den weiteren Weg der Kirche in Österreich inmitten unserer Weltkirche nachgedacht. Und wir haben auch in vielen Begegnungen unsere Solidarität mit den Christen des Hl. Landes in ihrer schwierigen Situation zum Ausdruck gebracht."
Die Bischöfe absolvieren noch ein umfangreiches Programm. Sie besuchen Bethlehem und den Tempelberg in Jerusalem, bevor sie die Heimreise antreten.
(apa/red)
