Montag, 5. November 2007

Buchinger gegen höheres Pensionsalter: Trotz Steigerung der Lebenserwartung

  • Khol: Höhere Zuschüsse, Beiträge, niedrigere Pension
  • Kritik an Invaliditätspension und der Hacklerregelung

Sozialminister Buchinger hat in der ORF- Sendung "Im Zentrum" bekräftigt, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter in dieser Legislaturperiode nicht hinaufgesetzt wird - auch wenn jüngst die Statistik Austria eine Steigerung der Lebenserwartung um 4,6 Prozent prognostizierte. Auch der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes Khol schloss eine Erhöhung bis 2010 aus.

Buchinger glaubt, dass die "Kommission zur langfristigen Pensionssicherung" - die nach der neuen Lebenserwartungsprognose am Zug ist - im Februar "mit großer Wahrscheinlichkeit" nicht empfehlen wird, "etwas zu tun". Denn laut Statistik Austria würden die Auswirkungen der höheren Lebenserwartung durch die Zuwanderung überkompensiert. Zudem sei aus seiner Sicht der Hauptfaktor für die Sicherung der Pensionen nicht die Demografie, sondern eine bessere Beteiligung von älteren Arbeitnehmern und Frauen am Arbeitsmarkt.

Khol: Höhere Zuschüsse, Beiträge, niedrigere Pensionen
Khols Erwartungen sind andere: Die müsste Kommission vorschlagen, "ob man bei gleichbleibendem Staatszuschuss und Pensionsbeiträgen nicht nach 2010 länger wird arbeiten müssen". Ansetzen könnte man bei der Pensionshöhe und dem Alter; höhere Zuschüsse, Beiträge oder niedrigere Pensionen kommen für Khol nicht infrage. Zunächst gelte es aber, das faktische Pensionsalter anzuheben. Als Hauptproblem sieht Khol hier die Invaliditätspension, wo er vielfachen Missbrauch vermutet.

Kritik an Invaliditätspension und der Hacklerregelung
Der Pensionsexperte Marin bekräftigte seine Kritik an Invaliditätspension und der Hacklerregelung. Diese beiden Pensionsformen verhinderten ein Ansteigen des faktischen Pensionsalters. Die Anhebung des Pensionsalters wäre aber die einzige Möglichkeit, die Pensionen zu sichern, ist Marin überzeugt.

FPÖ-Familiensprecherin Rosenkranz sieht "keinen unmittelbaren Handlungsbedarf". Nötig sei allerdings, die Zahl der Geburten zu erhöhen. Denn die Kompensierung der Zuwanderung durch Zuwanderung lehne die FPÖ ab.

(apa/red)

5.11.2007 12:46