Ein "echter Mann" steigt auf das Gaspedal: Verbindung zwischen Rasen & Männlichkeit
- Beim Fahren wurden Männern Begriffe vorgespielt
- Bei weiblichen Wörtern wurde viel weniger gerast
Aufs Gaspedal drücken gehört zur männlichen Identität. Dass dies nicht nur ein Vorurteil ist, belegt eine wissenschaftliche Studie aus der Schweiz. Erstellt wurde sie von einer Frau. Aufgrund der Verkehrs- und Unfallstatistiken ist zwar längst belegt, dass Männer schneller mit dem Auto unterwegs sind als Frauen. Aber Marianne Schmid Mast vom Institut für Arbeitspsychologie an der Universität Neuenburg ging dennoch der Sache wissenschaftlich auf den Grund.
Für die Studie wurde das Verhalten von 83 jungen Männern in einem Fahrsimulator von einer Gruppen von Wissenschaftern der Universitäten Zürich und Heidelberg unter die Lupe genommen. Die Versuchspersonen wurden in drei Gruppen eingeteilt. Jeder Gruppe wurde während des Versuches ein Tonband vorgespielt.
Männlich, weiblich, neutral
Die erste Gruppe hörte sich einen Text an, der mit männlichen Ausdrücken gespickt war, die zweite einen solchen mit weiblichen und die dritte einen Text mit neutralen Ausdrücken. Dabei zeigte sich, dass jene Jugendlichen, welche mit männlichen Ausdrücken beschallt wurden, zweimal schneller fuhren, als jene, die sich weibliche oder neutrale Ausdrücke anhörten.
Clooney und Schumi gegen Raser
Die Versuchspersonen seien sich nicht bewusst gewesen, dass das Abspielen dieser Texte einen Zusammenhang mit der von ihnen gewählten Geschwindigkeit habe, sagte Marianne Schmid Mast. Die Resultate der Studie sollten nun in Präventionskampagnen einfließen, hofft die Forscherin. Männlichkeit und Geschwindigkeit sollten in der Gesellschaft künftig nicht mehr in einem Atemzug genannt werden. Vorgeschlagen wird, dass Prominente wie Michael Schumacher oder George Clooney für eine Kampagne eingespannt werden, in der das Fahren mit moderaten Geschwindigkeiten propagiert wird. (APA/red)

