Tempo 100 in Tirol nur bei schlechter Luft: Messung mit Verkehrsbeeinflussungsanlage
- Europaweites Pilotprojekt startet am 9. November
- Demnächst sollen weitere Bundesländer nachziehen

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Geringere Luftbelastung, aber keine Zauberlösung
Tempo 100 gilt seit November in Tirol als erstes Bundesland auf Abschnitten der Inntalautobahn (A12) nur noch bei schlechter Luft. Gesteuert wird die Tempobeschränkung über eine variable Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) - ein europaweites Pilotprojekt. Werden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten, tritt das Tempolimit zwischen Kufstein und Zirl in Kraft.
Das variable Tempolimit wird das ganze Jahr über auf etwa 89 Autobahnkilometern gelten. "Verkehr und Umwelt müssen sich nicht unbedingt ausschließen", meinte Verkehrslandesrat Hans Lindenberger (S). Er glaube, dass alle Bundesländer von den Erfahrungswerten in Tirol profitieren werden. "Das Unterinntal ist ein Kochtopf und oben drauf liegt der Deckel", sagte er. Deshalb seien Maßnahmen in diesem Abschnitt besonders dringend. Nach dem Vorbild der Tiroler Teststrecke sollen diese Systeme in ganz Österreich installiert werden.
So funktionierts
Bei hoher Schadstoffbelastung kann zukünftig auch im Sommer abschnittweise Tempo 100 verordnet werden. Die Tempobeschränkung wird voraussichtlich vor allem ab dem späten Nachmittag in Kraft treten. Zwischen 17.00 Uhr und 18.00 Uhr wird wahrscheinlich zu 80 Prozent Tempo 100 gelten. Das liege einerseits am erhöhten Verkehrsaufkommen und andererseits daran, dass ab dem Nachmittag die Inversionswetterlage beginne. "Über das Jahr verteilt rechne man damit, dass 30 Prozent der Zeit höchstens ein 100er gefahren werden darf. Damit soll der gleiche Effekt erzielt werden, wie bei dem generellen Tempo 100, das früher galt.
Zwei Messstellen
Die Messungen werden halbstündlich durchgeführt. Werden die Grenzwerte überschritten, bleibt das Limit mindestens für eine Stunde aufrecht. Die Daten der Schadstoffmessung werden auf die Überkopfportale übertragen. Dort wird dann angezeigt, ob der 100er gilt oder nicht. Dadurch soll ein Hin- und Herspringen verhindert werden. Die erste Messstelle befindet sich in Vomp, die zweite in Kundl. Sie teilen die Tempo-100-Strecke in zwei Abschnitte. Werden die NO2-Werte bei einer Messstelle überschritten, bei der anderen aber nicht, gilt die Beschränkung nur für einen Teil der Strecke. Die Messstelle Vomp liefert die Werte für den Abschnitt zwischen Zirl und Wiesing und die Messstelle in Kundl im Bereich Wiesing bis Kufstein. (APA/red)
