Freitag, 9. November 2007

Kampf der Giganten um soziale Netzwerke:
Google & MySpace vs. Microsoft & Facebook

  • Neues Super-Netzwerk 'OpenSocial' mit 280 Mio User
  • Erfolgreicher Rivale Facebook: 51 Mio. in drei Jahren

Google wird künftig mit dem sozialen Online-Netzwerk MySpace zusammenarbeiten. Damit bläst das Unternehmen zum Angriff auf die Kontaktbörse Facebook, an der sich Rivale Microsoft beteiligte. Google präsentierte OpenSocial, eine Schnittstelle über zur gegenseitigen Öffnung der Netzwerke untereinander und für externe Entwickler.

Die neue Schnittstelle erlaubt es Entwicklern, Programme für alle Mitglieder der Allianz zu schreiben, ohne dass dazu unterschiedliche Tools verwendet werden müssen. MySpace-Chef Chris DeWolfe sagte, dass damit ein Standard für Programmierer geschaffen werde. "200 Millionen Nutzer werden erreicht. Das ist viel größer als alles andere dort draußen", fügte er hinzu.

An der Initiative beteiligen sich außer dem Google-eigenen Netzwerk Orkut unter anderem die Internetseiten LinkedIn, hi5, Friendster, Plaxo, der deutsche Marktführer Xing sowie das Softwareunternehmen Oracle. Presseberichten zufolge kommen alleine diese Netzwerke zusammen auf rund 100 Mio. Nutzer. MySpace dürfte nun noch einmal rund 180 Mio. weitere Mitglieder beisteuern. Facebook, das vor drei Jahren als Studenten-Netzwerk gestartet war, kommt nach eigenen Angaben auf 51 Mio. Nutzer. Damit lag die Seite zwar hinter MySpace, war aber deutlich erfolgreicher als alle anderen Konkurrenten.

Rivale Facebook: Erfolg durch engen Austausch
Facebook hat das Prinzip sozialer Netzwerke sehr weit ausgebaut. Internetnutzer können sich nicht nur präsentieren, Inhalte erzeugen, diese austauschen und ihre Profile untereinander verknüpfen. Jedes Mal, wenn ein Facebook-Nutzer etwas tut, wird dies sogleich seinen Kontakten mitgeteilt, wodurch die Freunde am Leben der anderen virtuell teilnehmen können. Den Erfolg weiter steigern konnte Facebook, indem es im Mai eine Schnittstelle für externe Entwickler anbot, so dass diese ihre eigenen Programme für die Facebook-Gemeinde einstellen konnten.

Allerdings mussten die Programmierer dafür eine eigene Programmiersprache lernen. OpenSocial bietet nun eine Standard-Schnittstelle an, wodurch Anwendungen auf allen beteiligten Netzwerken funktionieren und damit deutlich mehr Nutzer erreichen können.

Google will Microsoft ein Schnippchen schlagen
Der Frontalangriff von Google gegen Facebook erfolgt eine Woche nach einer Niederlage des Unternehmens gegen den Rivalen Microsoft. Der Software-Riese aus Redmond hatte sich in einem Bieterwettstreit um Anteile an Facebook gegen Google durchsetzen können und 1,6 Prozent von Facebook für 240 Mio. Dollar (166 Mio. Euro) erstanden. Damit wurde Facebook mit rund 15 Mrd. Dollar bewertet. Mit der Beteiligung sicherte Microsoft sich die internationalen Werberechte auf den Facebook-Seiten. (apa/red)

9.11.2007 08:30