Montag, 5. November 2007

FORMAT über das Comeback der Tech-Aktien: Bringen Riesenkonzernen Milliardengewinne

  • Nasdaq ist heuer bereits um 25 Prozent gestiegen
  • Trotz hoher Kursgewinne lohnt sich Einstieg noch

Die Underdogs der Börse sind wieder zurück. Tech-Aktien reißen das Anlegerpublikum nach ihrem Absturz im Jahr 2000 neuerlich von den Stühlen. Börsenkapitalisierung der Riesenkonzerne erreicht lichte Höhen, Microsoft wiegt an der Börse 269,4 Milliarden Dollar, Google ist mit 174,8 Milliarden Dollar der nächste Verfolger.

Wenn in den nächsten Wochen keine unerwarteten Hindernisse auftauchen, werden die Technologiewerte dieses Jahr wieder die Börsenrankings anführen: Bislang hat die US-Technologiebörse Nasdaq um 25 Prozent zugelegt, der breite Weltaktienindex MSCI nur um knapp zehn Prozent. Seit die US-Notenbank Mitte August überraschend die Zinsen gesenkt hat, kennt die Techbörse kein Halten mehr. Die Anleger stürzen sich derzeit auf billige Aktien, die nicht von der Finanzkrise betroffen sind und trotz gedämpfter Konjunkturaussichten aufgrund der günstigen Bewertung noch hohes Kurspotenzial versprechen.

Zusätzlich sprechen die hohen Gewinne der Unternehmen für die anhaltende Kursrallye, ganz im Unterschied zum Jahr 2000. Die Gewinnprognosen für die 100 größten Firmen an der Nasdaq stehen derzeit für das vierte Quartal bei plus 22 Prozent gegenüber Ende 2006 - das ist doppelt so hoch wie bei den Unternehmen, die im breiten US-Aktienindex S&P 500 gelistet sind.

Milliardenschweres Ruhekissen
"Die Unternehmen sitzen auf Milliarden von Cash", so Peter Dreide, Manager des Technologiefonds 4Q-Growth Fonds Universal. Insgesamt sitzt etwa Microsoft auf einem Finanzpolster von 6,6 Milliarden Dollar. Die Berge von Geld kommen nicht von ungefähr. "Die Unternehmen haben seit Jahren hohe Gewinne erwirtschaftet", so Dreide. Im Schnitt liegen die Margen der US-Tech-Flaggschiffe bei 40 Prozent.

Die Gewinne sprudeln auch aufgrund der hohen Exporte. Mit einem Ausfuhr-Anteil von 77 Prozent weisen US-Techfirmen die höchste Exportquote aller Branchen aus. Viele Techfirmen erwirtschaften längst einen namhaften Anteil der Erträge in der Eurozone. Der schwache Dollar verleiht den Bilanzen dann noch einen zusätzlichen Kick.

Große Fische schlucken kleine
Ein beispielloser Konsolidierungsprozess hat zudem die verbliebenen Unternehmen seit dem Millennium-Crash gestärkt. "Von den damals rund 2.000 Technologieunternehmen sind nur noch die besten übrig", erläutert Fondsmanager Dreide. Das Beispiel Oracle zeigt, dass vor allem die ganz Großen kräftig zugelangt haben. Larry Ellison, Vorstand des Softwareriesen, schluckte allein in den letzten drei Jahren über 30 Konkurrenzunternehmen und gab dafür 25 Milliarden Dollar aus.

Aber nicht alles, was gut ist, ist auch billig. Papiere wie Apple, Google, Yahoo, Amazon und Research in Motion gelten bereits als überteuert. So liegt das KGV von Google auf Basis des Gewinns 2007 bei 42, bezüglich des geschätzten Gewinnes für 2008 immerhin noch bei 32. Microsoft ist mit einem KGV von 18 dagegen noch interessant, ebenso Cisco mit einem KGV von 22 für 2008.

Risiko minimieren durch Fondsanlagen
Wer sich bei Investments in einzelne Aktien nicht sattelfest genug fühlt, kann mit Fonds die Technologiebranche großflächig abdecken. Der ABN Amro Info Technology, mit einem Zwölfmonatsgewinn von 27,6 Prozent und einem Fünfjahresgesamtertrag von 134,2 Prozent derzeit das Topprodukt, investiert genau in die von Experten derzeit gepriesenen US-Blue-Chips wie Microsoft, Intel und Cisco. Auch Fonds wie der 4Q-Growth Universal oder der Raiffeisen-Technologie-Aktien sind für die nächsten Kursanstiege bestens positioniert.

Vor allem den Unternehmen, die auch an Endkunden liefern, steht ein geschäftiger Jahresabschluss bevor. Auch in diesem Jahr werden Elektronikartikel auf den Wunschzetteln ganz oben stehen, denn Weihnachtszeit ist Hightech-Zeit.

Den kompletten Artikel lesen Sie im FORMAT Nr. 44/2007!

5.11.2007 07:12