Dienstag, 30. Oktober 2007

,Amnestie & Neubeginn‘

Raiffeisen-Chef Christian Konrad lässt mit der Forderung nach einer Generalamnestie für die 35.000 offenen Asylfälle aufhorchen. Und er ruft die rot-schwarzen Streithähne zur Ordnung.

Er ist einer der mächtigsten Wirtschaftsmänner Österreichs und, im Hintergrund, einer der wirklich Einflussreichen der ÖVP: Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad. Eine gewichtige Stimme der Republik. Konrad mahnt die taumelnde Koalitionsregierung und meint, Neuwahlen änderten nichts Wesentliches: „Es gibt momentan viel zu viel Streit in der Regierung, die Parteichefs sollten besser für raschere Sachlösungen sorgen.“ Spektakulär dafür sein Vorschlag zur zuletzt so heftig diskutierten Asylpolitik Österreichs: „Generalamnestie! Und ab dann ist dafür zu sorgen, dass die Asylentscheidungen sehr viel rascher gehen.“

NEWS: Barmherzigkeit und Politik. Die Frage angesichts der zuletzt so heftig diskutierten Fremdenpolitik Österreichs am „Fall Arigona“ lautet – kann Politik überhaupt barmherzig sein?

Konrad: Sie muss es sein. Die Politik ist, so wie die Wirtschaft auch, schließlich und endlich für Menschen da und nicht umgekehrt. Dafür muss die Politik Mittel und Wege finden, unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit und Menschenwürde.

NEWS: Ihre Organisation, Raiffeisen, tut materiell viel für Menschen in Not. National und international. Österreichs Regierung hingegen hat gröbste Probleme mit der Fremdenpolitik, bis hin zum Vorwurf „unmenschlichen“ Verhaltens. Ärgert Sie das?

Konrad: Na ja … zunächst einmal ist es kein Zufall, dass Raiffeisen im Bereich der Humanität nicht nur einen Namen hat, sondern entsprechende Aktivitäten setzt. Es liegt in unserem Gründungsauftrag, Nutzen für die Menschen zu stiften. Wir sind nicht auf schnellen Gewinn oder Shareholder-Value aus, sondern darauf, Menschen zu helfen, materiell, und damit auch geistig. Denn nur wer wirtschaftlich frei ist, kann auch geistig frei sein und sich entwickeln. Helfen, das haben wir immer getan. Individuell oder großflächig.
In Moldawien, Ukraine, Rumänien, Bulgarien. Vor einigen Jahren haben wir spontan, als es plötzlich keine Quartiere für Asylanten gab, über Nacht 150 Personen in unseren diversen Häusern untergebracht. In Wien, in den Bundesländern.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen NEWS!

30.10.2007 16:25