Mittwoch, 31. Oktober 2007

Ohrensausen als Symptom von Stress: Trainingsprogramm hilft über HNO hinaus

  • "Ohrgeräusche sind gesellschaftliches Symptom"
  • Psychologische Faktoren stecken hinter der Misere

Rund 800.000 Menschen in Österreich leiden mehr oder wenig ständig an Tinnitus, ständigem Rauschen oder das Vernehmen von Dauertönen. Ein Teil davon ist auf akut oder chronisch erlittene Hörtraumen zurückzuführen. Doch der Erfolg von psychologischen Trainingsprogrammen zeigt auch, dass oft auch Anspannung und Stress dahinterstecken.

"Ohrgeräusche sind ein zunehmendes gesellschaftliches Symptom unserer Zivilisation und bei Naturvölkern praktisch unbekannt. In Österreich leben ca. 800.000 Menschen mit Tinnituts. Pro Jahr kommen geschätzte 30.000 neue Patienten dazu", sagte die Wiener HNO-Ärztin Anna Zimmermann.

Konsequenz von Stress
Einerseits nimmt offenbar die Lärmbelastung - auch jene durch Freizeitaktivitäten wie Disco, Auto-Musikanlagen und MP3-Player - zu, andererseits sind die Beschwerden auch offenbar die Konsequenz von Stress, Überforderung und vielen anderen Störfaktoren. Klar, wenn es zu einem echten Hörsturz kommt, ist zumeist mit einem Hörtrauma auch ein organischer Schaden im Innenohr aufgetreten. Doch für jene Fälle, in denen psychologische Faktoren hinter der Misere stecken, können Trainingsprogramme helfen.

Marion Weiser, Therapeutin aus Linz, setzt dabei auf Entspannungstraining. Der Grad der Verkrampftheit der Betroffenen ließe sich mit der sogenannten "Grinberg-Methode" an den Füßen ablesen, sagte sie. Mit gezielten Übungen lässt sich auch das Gehirn dazu trainieren, den Tinnitus nicht mehr zuvorderst und somit auf jeden Fall störend wahrzunehmen. Eine Abklärung beim HNO-Arzt aber sollte auf jeden Fall erfolgen.

(apa/red)

31.10.2007 15:13