Das letzte Abendmahl geht seinem Ende zu:
Auch modernste Technik stoppt Zerfall nicht
- Schon während der Entstehung blätterte die Farbe ab
- Besucherandrang ist heute das größte Problem

·16 Milliarden Pixel fürs Letzte Abendmahl
Da Vincis Meisterwerk im Internet veröffentlicht
·Spektakuläre Kunst-diebstähle seit 1990
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Vom Zerfall bedroht ist das vielleicht berühmteste Gemälde der Welt, Leonardo da Vincis Das Letzte Abendmahl: Durch den Einsatz modernster Kameratechnik wurde nun nachgewiesen, dass ein 1990 installierte Schutzsystem die Zersetzung des Gemäldes aus dem 15. Jahrhundert nicht verzögert, wie ursprünglich geplant war.
Es ist der Publikumsmagnet für die internationale Kunstszene schlechthin: Die kleine Mailänder Kirche Santa Maria delle Gracie hat der Renaissance-Meister Leonardo Da Vinci ausgewählt, um die Abendmahlsszene zu malen, die den Eingang in Lehrbücher und Filme erreichen sollte. Alle fünf Minuten dürfen dort 25 Personen das Gemälde in Natura betrachten. Laut Angaben der Kuratoren sei die Zahl der Kunstinteressierten, die von überall auf der Welt angereist kommen, um das Werk sehen zu können, vier mal höher als die realistisch zumutbare Kapazität.
Besonders die von den vielen Besuchern mitgebrachten Kleinstpartikel machen dem Kunstwerk zu schaffen. 1990 wurde ein Monitoring- und Filtersystem installiert, um den Zerfall des Ausstellungsstückes zu stoppen. Dass das leider nicht geschieht, zeigte nun ein hochauflösendes Kameraverfahren, das das Bild aufnahm und einen Zoom bis auf die Nähe von einem Quadratmillimeter erlaubt.
Kunst im Pferdestall
Das Original-Bild ist im Laufe der Zeit schon mehrfach restauriert worden. Bereits zu Lebzeiten da Vincis zeigte es Risse und die Farbe blätterte ab, da er an dem Bild mit organischen Farben experimentiert hatte. Zusätzlich wurde an der Wand des Refektoriums eine Tür eingezogen, so dass die Abbildung der Füße Jesu dem Bau zum Opfer fielen. Unter der Besatzung Napoleons wurde die Kirche auch als Pferdestall genutzt.
Bremst virtueller Besuch den weiteren Zerfall?
Über die Jahrhunderte ist das Gemälde zusätzlich durch Vandalismus, Vernachlässigung, schlechte Umweltbedingungen und ungeschickte Reparaturen schwer beschädigt worden. Heute wird es durch Sicherheits- und Staubschleusen vor dem weiteren Zerfall geschützt. 1980 erklärte die UNESCO das Gemälde zum Weltkulturerbe.
Das nun im Internet veröffentlichte Digitalfoto von Da Vincis Meisterwerk soll es online für Kunstinteressierte weltweit zugänglich machen. "Ein Foto kann das Original nie ersetzen", stellt Friedrich Polleroß vom Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien fest. Ob der Besucherzustrom durch die Internetveröffentlichung tatsächlich abnehmen wird, bleibt deshalb abzuwarten. (pte/red)
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