Dienstag, 6. November 2007

Troubleshooter sagt Servus: BAWAG-Chef Nowotny nimmt bis Ende Dezember den Hut

  • Cerberus-Mann Roberts als Erbe praktisch sicher
  • Rücktrittserklärung im kommenden Aufsichtsrat

In weniger als acht Wochen dürfte sich Ewald Nowotny von der Spitze der BAWAG verabschieden, als sein Nachfolger gilt der vom US-Fonds Cerberus als Sonderberater eingesetzte Brite David Roberts als fix. Nowotny geht damit noch früher als erwartet.

Wie "Der Standard" berichtet, wird Nowotny heute dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt per 31. Dezember 2007 bekanntgeben.
Danach werde gleich auch ein Personalpaket für die künftige Führung der Bank präsentiert. Nowotnys bevorstehendes Ausscheiden von der Bankspitze 2008 ist aber seit Monaten kein Geheimnis. Bisher wird erwartet, dass er ab kommendem Herbst die Notenbank anführt.

Stephan Koren soll Stellvertreter des BAWAG-Chefs sein, eine Position, die er vor dem Cerberus-Einstieg schon inne hatte. Jochen Bottermann und Herbert Legradi (ihre Verträge laufen 2008 aus) scheiden aus. Alois Steinbichler bleibt für Kapitalmarkt, Ausland, institutionelle und Firmenkunden zuständig.

"Cooling-off-Phase" verschrieben
Um im September 2008 nicht direkt aus einem operativen Bankvorstandsjob in den Chefsessel der Notenbank zu wechseln, soll sich Nowotny selbst eine "Cooling-off-Phase" verschrieben haben, schreibt der "Standard" unter Berufung auf Finanzkreise.

Nowotny solle außerdem in den BAWAG-Aufsichtsrat gehen, heißt es weiter.

Um die in einem Paket mit der FMA-Reform auf Finanzministeriumsplan neu zu regelnde Cooling-Off-Phase bei Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat hatte es in den letzten Tagen noch heftige politische Debatten gegeben, wie die APA erfuhr. Demnach sollten die Neo-Räte bis zu zwei Jahre abwarten, um ihr Amt im Kontrollgremium anzutreten. Bliebe es dabei, wäre dies laut Finanzkreisen für Nowotny ebenso ein Thema wie für Klaus Liebscher im Fall von dessen Wechsel vom Notenbank-Gouverneursamt in den Generalrat.

(APA/red)

6.11.2007 08:45