Donnerstag, 1. November 2007

Generikakonkurrenz für US-Pharmakonzern
AstraZeneca: Topseller Crestor gefährdet

  • Cholesterinsenker ein wichtiges Schlüsselmedikament
  • Plus: Konzernchef bestätigt das Jahresziel für 2007

Dem lukrativen Cholesterinsenker Crestor des Pharmariesen AstraZeneca droht in den USA Konkurrenz durch billigere Nachahmermedikamente. Die Nachricht zu dem Milliardenmedikament überlagerte am Donnerstag die Quartalszahlen des Unternehmens, die trotz eines Gewinnrückgangs die Markterwartungen übertrafen. An der Londoner Börse büßte die AstraZeneca-Aktie 2,2 Prozent auf 2.320 Pence ein.

Die kanadische Pharmafirma Cobalt Pharmaceuticals hat in den USA nach Angaben von AstraZeneca die Genehmigung zum Verkauf einer Crestor-Kopie beantragt. Der Cholesterinsenker ist ein Schlüsselmedikament des Konzerns mit Umsätzen von zuletzt mehr als zwei Mrd. Dollar (1,384 Mrd. Euro) im Jahr. "AstraZeneca hat volles Vertrauen in sein Portfolio an geistigen Eigentumsrechten, die Crestor schützen", erklärte das Unternehmen. Crestor ist zur Zeit durch drei Patente geschützt, die 2016, 2020 und 2021 auslaufen. Nach Einschätzung von Analysten versucht Cobald mit seinem frühen Antrag einen zeitlichen Vorsprung vor anderen Generikaherstellern zu gewinnen. Sie rechnen mit einer langwierigen Patent-Auseinandersetzung vor Gericht.

Crestor ist allerdings nicht die einzige Arznei des Konzerns, die von generischer Konkurrenz bedroht ist. Auch die Patente des umsatzstarken Magenmittels Nexium sowie des Präparats Seroquel zur Behandlung von Schizophrenie werden von Generika-Firmen angefochten.

Im dritten Quartal verbuchte AstraZeneca unter anderem wegen Restrukturierungskosten und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Kauf der Biotechfirma Medimmune einen 14-prozentigen Rückgang des Gewinns vor Steuern auf 1,89 Mrd. Dollar. Pro Aktie lag der Gewinn bei 91 Cent. Analysten hatten dagegen lediglich mit 85,4 Cent gerechnet. Der Konzernumsatz legte dagegen um zehn Prozent auf 7,15 Mrd. Dollar zu.

"Das Geschäft ist auf Kurs, das Ergebnisziel für das Gesamtjahr zu erreichen", erklärte Konzernchef David Brennan. Das Management steuert für 2007 einen Gewinn je Aktie von 3,60 bis 3,75 Dollar an, wobei Restrukturierungs-Aufwendungen und die US-Umsätze des Herzmittels Toprol XL nicht eingerechnet sind. Der Medikamentennachschub sei im dritten Quartal weiter gestärkt worden, erklärte Brennan. Zwei neue Projekte hätten es bis in die dritte Entwicklungsphase geschafft. Medikamentenkandidaten müssen drei Phasen der klinischen Erprobung vor einem Zulassungsantrag bestehen. (apa/red)

1.11.2007 15:29