Ölpreis über 93 Dollar: Die magische
100 Dollar-Marke ist weiter in Reichweite
- Sorge vor Versorgungsengpässen treibt Preis hoch
- Goldpreis steigt ebenfalls, Kupfer bleibt etwa gleich
Anhaltende Sorgen über einen Versorgungsengpass im Winter haben den Ölpreis angetrieben. Auch der Goldpreis zog wieder an, die Notierungen für Industriemetalle blieben in etwa auf dem Niveau des späten Vortagesgeschäfts.
Ein Fass der US-Sorte WTI verteuerte sich um gut einen Dollar auf 94,52 Dollar (65,53 Euro) . Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg um 1,44 auf 91,16 Dollar. US-Leichtöl hat sich seit Mitte Jänner um 45 Dollar oder rund 90 Prozent verteuert. Aus den Rekordpreisen beim Öl erwächst nach Einschätzung von Volkswirt Frederic van Parijs von der Investmentgesellschaft ING vermutlich der US-Konjunktur das größte kurzfristige Risiko. Aus technischer Sicht sei der Markt inzwischen massiv überhitzt, sagte LBBW-Rohstoffanalyst Frank Schallenberger. Seiner Meinung nach ist "eine Korrektur in den Bereich von 75 bis 80 Dollar pro Barrel vorprogrammiert".
Unterstützung für Goldpreis aus Indien
Angesichts der steigenden Ölnotierungen und der anhaltenden Dollarschwäche zog auch der Gold-Preis wieder an. Für die Feinunze des Edelmetalls mussten knapp 794 Dollar bezahlt werden und damit rund sieben Dollar mehr. Händlern zufolge war der technische Trend nach oben intakt, die 800-Dollar-Marke dürfte in Kürze genommen werden. "Unterstützung für den Goldpreis könnte durch das indische Lichterfest Diwali am 9. November kommen, da während der bis zu fünftägigen Feierlichkeiten traditionell viel Gold gekauft wird", sagte Schallenberger.
Der Kupfer-Preis hielt sich mit 7.540 Dollar je Tonne auf dem Niveau des späten Vortagesgeschäfts. Zuletzt hatten hohe Vorräte und ernüchternde US-Wirtschaftsdaten die Notierungen für das vorwiegend in der Bau- und Elektroindustrie eingesetzte Industriemetall sinken lassen. Zink notierte ebenfalls kaum verändert zum späten Vortagesgeschäft und kostete 2.752 Dollar je Tonne. Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank erwartete, dass sich Zink in Zukunft verteuern wird. "Das Metall, das vor allem bei der Galvanisierung von Stahl eingesetzt wird, dürfte primär in China weiterhin gesucht sein, zumal die hohen Nickelpreise durchaus die Suche nach Alternativen von anderen Edelstahlsorten begünstigt", schrieb Weinberg in einer Marktstudie. Nickel kostete 32.100 Dollar je Tonne und war damit 400 Dollar günstiger als am Vorabend.
(APA/red)


