Euro-Rekordhoch vor US-Zins-Bekanntgabe:
Währung notierte zuletzt um 1,4445 Euro
- Volkswirte: Leitzins-Senkung um 25 Basispunkte
- PLUS: Die Gewinner und Verlierer des neuen Kurses

·Neues Rekordhoch für unsere Währung
Euro erreicht Höchststand
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FORMAT analysiert die Auswirkungen des Booms
Vor dem am Abend anstehenden US-Zinsentscheid ist der Euro auf ein weiteres Rekordhoch gestiegen. Die Gemeinschaftswährung kletterte in der Spitze bis auf 1,4467 Dollar und notierte zuletzt um 1,4445 Dollar. "Jeder rätselt, was die Fed nun verkünden wird", sagte ein Händler. "Große Bewegungen am Devisenmarkt sehen wir nicht mehr. Jeder ist positioniert und wartet ab."
Volkswirte sagen mehrheitlich voraus, dass die US-Notenbank (Fed) den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent senken wird (19.15 Uhr MEZ). Ein überraschend starkes Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft im dritten Quartal ließ am Nachmittag allerdings neue Zweifel an der Notwendigkeit eines Zinsschritts aufkommen. "Aber die Chance auf eine Zinssenkung ist trotzdem nicht schlecht", sagte HSBC-Volkswirt Rainer Sartoris. Die entscheidende Frage sei, wie sich die Wirtschaft weiter entwickle, und da stünden die Kreditvergabe und der Immobilienmarkt im Fokus. "Glaubt man, da gibt es noch Risiken, kann man die Zinsen senken."
Die US-Wirtschaft ist einer ersten Schätzung zufolge im dritten Quartal um 3,9 (Vorquartal: 3,8) Prozent gewachsen. Analysten hatten lediglich einen Anstieg um 3,0 Prozent vorhergesagt. Die als Indikator für den anstehenden Arbeitsmarktbericht geltende Statistik des privaten Dienstleisters ADP wies für Oktober zudem mit 106.000 (Prognose: 60.000) einen fast doppelt so hohen Stellenzuwachs aus wie von Analysten prognostiziert.
Unklar schien auch das weitere Vorgehen der Fed. Während einige Analysten sich bis Jahresende einen weiteren Schritt vorstellen können, verweisen andere auf die gestiegenen Inflationsgefahren wegen des schwachen Dollar und diskutieren für 2008 schon wieder Zinserhöhungen. Der Aufwärtstrend des Euro sollte nach Meinung der Experten vorerst intakt bleiben. Kurse um 1,50 Dollar halten einige noch in diesem Jahr für möglich.
Die EZB legte den Referenzwert des Euro mit 1,4447 (Vortag: 1,4407) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert mit 1,4457 (1,4390) Dollar ermittelt.
Am Rentenmarkt spekulierten Investoren Händlern zufolge nach einer überraschend stark gestiegenen Inflationsrate in der Euro-Zone auf eine baldige Zinserhöhung hierzulande und trennten sich von ihren Papieren. Nach den robusten Daten zum US-Wirtschaftswachstum bauten die Festverzinslichen ihre Verluste weiter aus. Der Bund-Future büßte bis zu 68 Ticks ein auf 113,11 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe lag 53 Ticks im Minus bei 100,01 Punkten und rentierte mit 4,245 Prozent. Die Jahresteuerungsrate stieg im Oktober nach einer ersten Schätzung überraschend stark auf 2,6 Prozent nach 2,1 Prozent im September. Die Rate übertraf sogar die höchste Schätzung der von Reuters befragten Analysten.
Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen stieg auf 4,23 (4,20) Prozent. Der Rex-Rentenindex lag 0,01 Prozent im Plus bei 115,6588 Zählern. (apa/red)

