Mittwoch, 31. Oktober 2007

VW-Werke stand für eine Stunde still: Betriebsrat: Es gibt 'Ängste der Belegschaft'

  • Mitbestimmungs-Streit erzielte noch keine Einigung
  • Stimmen der Porsche-Mitarbeiter mit mehr Gewicht

Im Mitbestimmungsstreit mit Porsche haben die Volkswagen-Beschäftigten in den westdeutschen Werken vorübergehend die Arbeit ruhen lassen. Der Betriebsrat informierte die Belegschaft über das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum VW- Gesetz sowie über die Mitbestimmungsvereinbarung für die Porsche Holding. Allein im Stammwerk in Wolfsburg kamen rund 40.000 Beschäftigte zusammen.

Die Produktionsausfälle durch die jeweils einstündigen Unterbrechungen halten sich nach Unternehmensangaben in Grenzen. Ein möglicher Rückstand solle an einem der nächsten Samstage aufgeholt werden, sagte ein Konzernsprecher.

Betriebsrat spricht über "Ängste der Belegschaft"
"Die Unruhe und Verunsicherung in der Belegschaft ist groß", begründete Betriebsrats-Vize Bernd Wehlauer die außerordentlichen Betriebsversammlungen. Er ging auch auf Spekulationen über eine mögliche Zerschlagung des Volkswagen-Konzerns ein, die Porsche allerdings dementiert hat. "Da gibt es Ängste in der Belegschaft", sagte der Betriebsrat.

Hinzu komme das Urteil zum VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem VW-Aktionär bisher eine Sonderstellung gab. "Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich sowohl CDU-Ministerpräsident Christian Wulff als auch führende Sozialdemokraten für eine EU- konforme Anpassung des Gesetzes ausgesprochen haben." Politiker von CDU und SPD hatten gefordert, zumindest die Vorrechte der IG Metall bei Europas größtem Autokonzern zu sichern. Der Gewerkschaft soll weiterhin ein Vetorecht bei Werksschließungen zustehen. (APA/red)

31.10.2007 14:01