Banken bereiten sich auf Weltspartag vor:
2 Mio. Österreicher wollen Bank besuchen
- Private Pensionsvorsorge wichtigstes Sparmotiv
- Österreicher sparen laut BA-CA 191 Euro pro Monat
·Österreicher sind konservative Sparer
Beim Schuldenmachen aber gerne mehr Risiko
·Gewinne sind um 17 Prozent gestiegen
Beschäftigte haben aber nichts vom Handels-Boom
·200 Millionen neue
Kunden in Osteuropa
FORMAT: Die kaufkräftige
Mittelschicht des Ostens
·Ö: Die Lebenskosten steigen weiterhin an
Ausgaben binnen sechs Jahren um 14% höher
Die österreichischen Geldinstitute müssen sich auf einen Kundenansturm am heutigen Weltspartag einstellen: Rund zwei Mio. Sparer bzw. jeder vierte Österreicher will seine Bank besuchen, geht aus dem BA-CA Geldanlagebarometer - einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Fessel-GFK - hervor.
Gefragt nach den Gründen für ihren persönlichen Filialbesuch nennen 27 Prozent der Bevölkerung die Begleitung ihrer Kinder und Enkelkinder, so die Bank Austria in einer Pressemitteilung von heute, Montag. 25 Prozent freuen sich auf die Geschenke, die sie bekommen, und 23 Prozent schauen wegen der schönen Tradition am Weltspartag in ihrer Bank vorbei. Insgesamt werde heuer der Weltspartag als eine gute Kontaktmöglichkeit mit der Bank und als Dankeschön der Geldinstitute stärker wahrgenommen als in den letzten Jahren.
Bei den Motiven für das Sparen und Anlegen hat bei 72 Prozent der Befragten weiter die private Pensionsvorsorge den höchsten Stellenwert. Dahinter folgen mit 67 Prozent der Nennungen der "Notgroschen" und mit 62 Prozent die Absicherung der Kinder.
Am Vormarsch sei - trotz starker Vorbehalte - das Internet-Sparen. Laut BA-CA-Geldanlagebarometer verfügen bereits neun Prozent oder rund 630.000 Österreicher über ein Internet-Sparbuch. Weitere 19 Prozent können sich prinzipiell vorstellen, via World Wide Web zu sparen. 72 Prozent stehen dieser Veranlagungsform jedoch skeptisch gegenüber. "Bankgeschäfte sind Vertrauenssache. Und in dieser Beziehung ist für viele der persönliche Kontakt einfach enorm wichtig. Wir sehen das Onlinebanking als ein wichtiges Zusatzangebot für unsere Kunden und werden es entsprechend gezielt weiterentwickeln", so Werner Kretschmer, BA-CA Vorstand für Private Banking & Asset Management.
Die BA-CA hat wie berichtet errechnet, dass die Geldvermögensneubildung 2007 mit 191 Euro pro Monat und Österreicher einen neuen Rekordwert erreichen dürfte. Das entspricht circa 11,6 Prozent des durchschnittlichen Monatsnettoeinkommens. Im Vorjahr lag die Geldvermögensneubildung bei rund 168 Euro monatlich. Insgesamt wird die starke Geldvermögensbildung in Österreich weiterhin von einer guten Einkommensentwicklung bei verhaltener Konsumlaune gespeist, so die BA-CA.
"Der Weltspartag hat trotz seiner langen Geschichte immer noch den Charakter eines Familienfestes. Für die Kleinen gibt es als Belohnung für das Sparen eigene Präsente, die 'Großen' informieren sich über Produktneuheiten und den aktuellen Vermögensstand", sagt Kretschmer in der heutigen Pressemitteilung.
Der Weltspartag wurde in Österreich am 31. Oktober 1925 zum ersten Mal begangen. Erfunden wurde er am 27. Oktober 1924 beim ersten Internationalen Sparkassenkongress in Mailand. Seitdem werden an diesem Datum weltweit mehr oder weniger prall gefüllte Sparschweine zur Bank gebracht. Im Jahr 1989 erklärten die Vereinten Nationen offiziell den 31. Oktober zum Weltspartag. Mit dem Tag sollte ursprünglich der Gedanke des Sparens wiederbelebt werden. Das war in den 1920er Jahren notwendig geworden, da viele Menschen aufgrund hoher Inflationsraten das Vertrauen in die Stabilität des Geldes verloren hatten. Der Mailänder Kongress pries das Sparen seinerzeit als "besten privaten und sozialen Gebrauch des Reichtums" an.
In Deutschland hat jeder Bundesbürger nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr durchschnittlich 1.020 Euro bzw. 170 Euro pro Monat auf die hohe Kante gelegt. Insgesamt ergebe sich eine Summe von 84 Mrd. Euro, das ist eine Sparquote (Sparen im Verhältnis zum Verfügbaren Einkommen) 10,9 Prozent.
In Österreich investierten private Anleger nach Daten der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) im ersten Halbjahr 11,4 Mrd. Euro in Finanzanlagen, davon entfielen 7,8 Mrd. Euro auf Einlagen bei Banken - und damit mehr als die 6,1 Mrd. Euro des gesamten Jahres 2006. Knapp ein Drittel des gesamten Geldvermögens der Österreicher - 140 Mrd. Euro - liegt auf Sparbüchern.
(apa/red)

