Nach 17-stündigem Verhandlungsmarathon:
Einigung auf 3,6 % mehr Lohn für Metaller
- Zusätzlich gewinnabhängige Zahlung von 200 Euro
- Beide Seiten sehen noch "vertretbaren Kompromiss"

·GRAFIK: Metaller- Abschlüsse seit 1990
Im Vergleich zu Inflation und Wirtschaftswachstum
Für die rund 164.000 Metallarbeiter und Industrieangestellten gibt es ab 1. November rund 4 Prozent mehr Geld. Darauf einigten sich die Sozialpartner am Dienstag um 4 Uhr früh. Wifo-Lohnexperte Guger wünscht sich ähnliche Lohnerhöhungen in allen Branchen. Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Markus Beyrer, spricht hingegen von einer "schweren Bürde für Unternehmen".
Der Metaller-Abschluss hat Signalwirkung für alle weiteren KV-Verhandlungen. Die nächsten im herbstlichen Verhandlungsreigen sind die 512.000 Handelsangestellten, für die am 7. November weiterverhandelt wird.
"Ich begrüße die Einigung", sagt Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein. "Dieses Ergebnis spiegelt die ausgezeichnete konjunkturelle Entwicklung wider und bedeutet für die Arbeitnehmer ein deutliches Plus der Reallöhne. Das Resultat liegt wohl am oberen Ende der möglichen Bandbreite, wenn es um Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplatzsicherung geht", so Bartenstein.
Im Detail steigen die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter um 3,6 Prozent. Damit steigt der Mindestlohn bzw. Mindestgehalt in der Metallindustrie auf 1.402,32 Euro. Die Ist-Löhne werden um 3,5 Prozent angehoben. Davon können 0,3 Prozent durch Betriebsvereinbarung individuell im Betrieb verteilt werden. Kommt bis 14. Dezember 2007 keine Betriebsvereinbarung zustande oder besteht im Betrieb kein Betriebsrat, werden alle Ist-Löhne und -Gehälter um 3,5 Prozent erhöht.
Zusätzlich zur prozentuellen nachhaltigen Lohnerhöhung einigten sich die Sozialpartner auf eine Einmalzahlung von 200 Euro, fällig mit der Abrechnung März 2008. In Betrieben mit einem Betriebserfolg (EBIT) von weniger als 6 Prozent der Betriebsleistung beträgt die Einmalzahlung nur 150 Euro. Ist das EBIT null oder negativ, entfällt die Einmalzahlung ganz.
"Satte Lohnerhöhung"
"Das ist eine satte Lohnerhöhung", so IHS-Chef Bernhard Felderer im ORF-Mittagsjournal zum heutigen Metaller-Abschluss von rund 4 Prozent. Der Abschluss sei in Bezug auf die Metallindustrie sicher gerechtfertigt. Dort habe es hohe Preis- und Produktivitätssteigerungen gegeben. Es bestehe weder die Gefahr von Wettbewerbsnachtteilen noch zunehmender Arbeitslosigkeit. Dazu komme, dass die Stahlindustrie in den vergangenen zwei Jahren hervorragend verdient und sich das nicht in Lohnerhöhungen niedergeschlagen habe.
Sozialminister Buchinger hat sich im Gespräch mit der APA zufrieden über das Ergebnis der Metaller-Verhandlungen gezeigt: "Das ist die Größenordnung, die wirtschaftlich sinnvoll ist und auch sozialpolitisch notwendig war." Er gratuliere den Sozialpartnern.
(apa/red)

