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Die "Goldenen Jahre" der Generation Hagi
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Die Erinnerungen an die "Goldenen Jahre" sind in Rumänien noch allgegenwärtig. Jene Zeit (1990-2000), als die rumänische Fußball-Nationalmannschaft zu den besten Europas, ja zu den besten der Welt zählte. Eine Zeit, in der nach dem Sturz und Tod des Diktators Nicolae Ceausescus das Land in extremer Armut und flächendeckender Korruption versank und es einem Großteil der Menschen noch schlechter ging als zuvor unter der Herrschaft des kommunistischen Machthabers. Doch just in jener schweren Phase trat das Nationalteam seinen Triumphzug an.
Trainer-Legende Anghel Iordanescu führte es bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA zum größten Erfolg der 1909 gegründeten "Federatio Romania de Fotbal". Schon bei der WM 1990 in Italien war man bis ins Achtelfinale vorgestoßen. In Amerika setzte man noch einen drauf. Nach einem sensationellen Achtelfinalsieg über Argentinien kam erst im Viertelfinale im Elfmeterschießen gegen Schweden das Aus.
Danach folgten Teilnahmen an den EM-Endrunden 1996 und 2000 und der WM-Endrunde 1998. Vor dem Erscheinen der "Goldenen Generation" war die nationale Auswahl bestenfalls internationales Mittelmaß und bei Großereignissen, abgesehen von drei WM-Teilnahmen in den 30er-Jahren, nur Zuschauer.
Genie und Wahnsinn
Die glorreichen Auftritte der 1990er sind eng mit einem Namen verbunden: Gheorghe Hagi, Rumäniens "Fußballer des 20. Jahrhunderts". Er war über Jahre hinweg die Stütze des Teams und galt damals als einer der genialsten Spielmacher seiner Zeit. Seine brillante Technik war ebenso gefürchtet wie sein wankelmütiges und unberechenbares Gemüt.
In der Gunst seiner Landsleute erreichte der "Karpaten-Maradona" jedoch nie jene Beliebtheit, die Nicolae Dobrin hatte. Der begnadete, außerhalb von Rumänien allerdings kaum bekannte Spieler wurde von Gegnern, Mitspielern und Fans gleichermaßen verehrt. Hagi war erfolgreich, der mittlerweile verstorbene Dobrin aber gilt in seiner Heimat als der Fußballer der Herzen.
Ceausescu verbietet Transfer zu Real
Der Ballkünstler hatte aber nicht nur Freunde. Der "Stürmer mit dem magischen Fuß", wie er von Medien getauft wurde, widersetzte sich dem sozialistischen Regime, als er sich weigerte, von seinem Heimatverein Arges Pitesti zu den von den Kommunisten protegierten Spitzenklubs Dinamo oder Steaua Bukarest zu wechseln. Einen Transfer zu Real Madrid verbot ihm Ceausescu persönlich.
Wie in der UdSSR, der DDR und anderen Ostblock-Staaten, missbrauchte man den Sport auch in Rumänien als Propagandamittel, um die eigene Überlegenheit international zu demonstrieren. Sportverbände wie der Fußballbund wurden nach den strengen und vorgegebenen Strukturen des Kommunismus organisiert, ohne auf das Wohl der Sportler Rücksicht zu nehmen. Auch am Schwarzen Meer selektierte und trainierte man nach Methoden, die in Westeuropa kaum anwendbar gewesen wären.
(red)
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