Dienstag, 6. November 2007

Nach Adrian Mutu nun Zlatan Ibrahimovic:
Von Gegner-Fans als "Zigeuner" beschimpft

  • Juventus Turin und Lazio Rom drohen harte Strafen
  • Auslöser: Konflikte zwischen Italienern und Rumänen

Wegen rassistischer Chöre ihrer Ultras drohen den italienischen Fußball-Erstligisten Juventus Turin und Lazio Rom schwere Strafen. Das Sportgericht des Fußballverbands will Maßnahmen gegen die Juve-Ultras ergreifen, die beim Meisterschaftsspiel gegen Inter Mailand am vergangenen Sonntag den schwedischen Stürmer serbischer Abstammung, Zlatan Ibrahimovic, als "schmutzigen Zigeuner" beschimpft hatten, berichteten italienische Medien.

Auch der rumänische Stürmer des italienischen Erstligisten Fiorentina, Adrian Mutu, war während eines Auswärtsspiels beim römischen Verein Lazio von dessen Anhängern in Sprechchören als "Zigeuner" beschimpft worden. Lazio und Juve drohen eine schwere Geldstrafe oder gar eine Sperre.

Die Lazio-Fans sind für rassistische Ausbrüche berüchtigt. Die laut Schätzungen eine Million Menschen zählende rumänische Gemeinschaft in Italien ist nach dem brutalen Mord an einer Italienerin in Rom in die Schlagzeilen geraten. Tatverdächtig ist ein junger Rumäne, der jedoch seine Unschuld beteuert und nur einen Handtaschenraub an der Frau zugegeben hat.

Dekret zur Abschiebung von EU-Bürgern
Die italienische Regierung verabschiedete nach der Tat ein Dekret, das die Abschiebung gewalttätiger EU-Bürger in ihre Heimatländer erlaubt. Vier straffällig gewordene Rumänen wurden schon abgeschoben, für zwölf weitere ist die Ausweisung bereits bewilligt.

Offenbar in einer Vergeltungsaktion für den Mord wurden in Rom drei Rumänen überfallen und mit Schlagstöcken verprügelt. Einer der Rumänen ist Medienberichten zufolge schwer verletzt worden. Der rumänische Außenminister Adrian Cioroianu forderte die italienische Regierung auf, dafür zu sorgen, dass sich "solche xenophobe Akte" nicht wiederholten.

(apa/red)

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6.11.2007 17:01