Sonntag, 4. November 2007

Auswärts weiter ohne Sieg: Trapattoni sieht
Gründe für Negativserie im Mentalbereich

  • "Spielen mit zu viel Angst und machen leichte Fehler"
  • Wacker-Coach: "Müssen Punktegeilheit beibehalten"

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg leistet derzeit in der Fremde ausschließlich Aufbauhilfe für die Gegner. Die Mozartstädter gingen sogar beim Schlusslicht Wacker Innsbruck 1:3 unter und halten damit zur Saison-Halbzeit bei fünf Niederlagen und vier Remis in neun Auswärts-Auftritten.

Mit schöner Regelmäßigkeit flammt bei solchen Ereignissen auch wieder eine Diskussion um Trainer Giovanni Trapattoni auf. Noch vor kurzem hatte der Italiener von Red-Bull-Boss Didi Mateschitz den Rücken gestärkt bekommen und seine Bereitschaft bekundet, die Salzburger auch in der kommenden Saison zu betreuen.

Traps Zukunft offen
Unmittelbar nach dem Spiel äußerte sich Trapattoni zu seiner persönlichen Zukunft schon etwas zurückhaltender. "Das ist eine Sache, die ich nicht öffentlich besprechen möchte", erklärte der 68-Jährige, dessen Mittelfeld-Routinier Niko Kovac obendrein die Rote Karte sah.

Die Gründe für die Misserfolge außerhalb von Wals-Siezenheim ortet der Italiener im mentalen Bereich. "Wir spielen auswärts einfach mit zu viel Angst. Das ist eine klassische psychologische Frage. Denn wir machen auswärts einfach zu leichte Fehler." In dieses Bild passt laut Trapattoni auch der bereits fünfte vergebene Elfer in dieser Saison (diesmal scheiterte Aufhauser beim Stand von 0:0). "Es haben verschiedene Spieler die Elfer geschossen, da ist ein bisschen Angst bei den Spielern, das ist das Problem."

Belohnung für Wacker-Spieler
Der Stimmungsbarometer im Lager der Innsbrucker schlug naturgemäß in die andere Richtung aus, wobei Wacker auch eine Hochschaubahn der Gefühle hinter sich hat: Vor einer Woche feierten die Tiroler einen 2:0-Heimsieg über Tabellenführer Austria, es folgte das 0:5-Debakel beim Aufsteiger LASK und schließlich der Erfolg über Salzburg. Als Belohnung gab es für die Sieger zwei Tage frei.

"Danach beginnen wir wieder, die Spannung für das Spiel in einer Woche in Altach aufzubauen", sagte Tirols Interimscoach Helmut Kraft und forderte: "Wir müssen unsere Punktegeilheit beibehalten. Ein Zähler in Altach wäre schon ein Erfolg." Bis zum Liga-Ende in diesem Jahr (fünf Runden sind noch zu spielen) will Kraft zumindest Austria Kärnten (fünf Punkte voran) einholen und eventuell sogar den Anschluss an Altach (neun Zähler voran) schaffen.

Innsbrucker Strukturen liegen im Argen
"Sind wir im Winter mehr als fünf Punkte hinten, dann wird es eine 'Mission impossible', sonst glaube ich an den Klassenerhalt", sagte Kraft und betonte auch nach dem Match, dass sein Club immer noch der abgeschlagene Tabellenletzte sei.

Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen in vier Spielen unter Kraft als Sport-Direktor und Interimscoach wurden in Innsbruck mittlerweile Stimmen laut, Kraft solle lieber einen Sportdirektor suchen und Trainer bleiben. Doch diesem Ansinnen gab er einen Korb. "In Altach werde ich zwar sicher noch auf der Bank sitzen. Ich habe aber andere Aufgaben. Die Strukturen in Innsbruck liegen im Argen. Da muss viel verbessert werden", sagte der Tiroler und ergänzte in diesem Zusammenhang, die momentanen Trainingsbedingungen für die Grün-Schwarzen seien ein "Hohn" für die Sportstadt Innsbruck.

(apa/red)

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4.11.2007 13:01