Mittwoch, 31. Oktober 2007

Staatsanwalt glaubt nicht an Pantani-Mord:
Verteidigt sich gegen Vorwürfe der Mutter

  • Rad-Star starb 2004 in Hotel an Kokain-Überdosis
  • Pantanis Mutter ist von Mordkomplott überzeugt

Der Staatsanwalt von Rimini, Paolo Gengarelli, hat den Vorwurf der Mutter des vor fast vier Jahren an einer Überdosis Kokain gestorbenen Radstars Marco Pantani zurückgewiesen, die eine Neuaufnahme der Untersuchungen über die Todesumstände des Tour-de-France-Siegers von 1998 verlangt. Tonina Pantani glaubt weiterhin, dass ihr Sohn ermordet wurde und behauptete, die Untersuchung sei schlampig geführt worden. Diesen Vorwurf wies Gengarelli in einem Interview mit der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" zurück.

"Wir haben eine tiefgreifende Untersuchung mit den besten Experten geführt. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Pantani ermordet worden ist. Die Verteidiger der Familie haben bisher keine Neuaufnahme der Untersuchung eingereicht und keine neue Beweise vorgelegt", sagte Gengarelli.

Der Rechtsanwalt der Eltern Pantanis, Daniele Mastrocinque, meinte, die Ermittlungen seien zu rasch abgeschlossen worden, weil die Staatsanwaltschaft niemals in Frage gestellt hatte, dass Pantani an einer Kokain-Überdosis gestorben sei. Die Ermittler hätten den Mordverdacht nicht in Betracht gezogen.

Pantanis Mutter erklärte, sämtliche ihrer finanziellen Mittel ausgeben zu wollen, "um die Wahrheit zu finden".
Marco Pantani war im Februar 2004 im Alter von 34 Jahren in einem Hotelzimmer in Rimini gestorben. Drei Drogendealer, die Pantani mit Kokain versorgt hatten, waren später von einem Gericht in Rimini zu Gefängnisstrafen zwischen zwei und fünf Jahren verurteilt worden. Tonina Pantani glaubt, dass die Drogen ihrem Sohn gewaltsam verabreicht wurden.
(apa/red)

31.10.2007 15:55