Dienstag, 30. Oktober 2007

Schwarze Katzen, Geister, Glücksklee:
Woran die Amerikaner wirklich glauben

  • Gleiche Anzahl von Gespenster- und Baseballfans
  • Soziale Situation bestimmt Form des Aberglaubens

Jeder dritte US-Amerikaner glaubt an Geister, sagt eine Umfrage zum Halloween-Fest. Ebenfalls 34 Prozent glauben an die Existenz von UFOs, jeder siebte hat bereits eines gesehen. Ungebremst ist die Freude über ein vierblättriges Kleeblatt und die Angst davor, unter einer Leitern hindurchzugehen.

Um die Zahl der Geistergläubigen in den USA in eine greifbare Größenordnung zu rücken, hilft folgender Vergleich mit anderen Zahlen aus jüngsten Umfragen: 36 Prozent der Amerikaner bezeichnen sich als Baseball-Fans, 37 Prozent halten den Einmarsch in den Irak für richtig und 31 Prozent finden, dass Präsident George W. Bush einen guten Job macht.

Deutlich höher ist die Zahl der Amerikaner, die an übersinnliche Wahrnehmungen glauben: Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei fast der Hälfte (48 Prozent). Hexerei und Zaubersprüche finden dagegen eine kleinere Glaubensgemeinde von nur 19 Prozent.

Immerhin 23 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten tatsächlich schon einmal einen Geist gesehen oder die Gegenwart eines Geistes gespürt. Besonders hoch ist ihr Anteil unter Singles, Katholiken und Leuten, die nie eine religiöse Feier besuchen.

Der UFO-Hype ist vorbei
14 Prozent der Amerikaner sind laut Umfrage überzeugt, schon einmal ein UFO gesehen zu haben. Männer und Bezieher niedrigen Einkommens sind in dieser Gruppe überproportional stark vertreten.

Hexerei und Zaubersprüche finden Gläubige vor allem bei Großstadtbewohnern, Minderheiten und in ärmeren Bevölkerungsgruppen. Dagegen sind gut ausgebildete Weiße mit College-Abschluss überrepräsentiert in der Gruppe derer, die an außersinnliche Wahrnehmungen glauben. Insgesamt ist deren Zahl aber rückläufig: 1996 erklärten in einer ähnlichen Umfrage noch zwei von drei Amerikanern, sie glaubten an übersinnliche Wahrnehmungen.

Wer fürchtet sich vor der schwarzen Katze?
Jeder fünfte Amerikaner bezeichnet sich laut Umfrage als abergläubisch. Der am meisten verbreitete Aberglaube ist die Meinung, ein vierblättriges Kleeblatt bringe Glück. Danach folgen die Angst, unter einer Leiter hindurchzugehen, und die Ansicht, dass es Unglück bringt, wenn ein Bräutigam die Braut am Tag der Hochzeit vor der Trauung sieht. Auf den hinteren Plätzen kommen schwarze Katzen, zerbrochene Spiegel, das Öffnen von Regenschirmen im Haus, Freitag der 13. und die Zahl 13.

An der Telefonumfrage der Nachrichtenagentur AP und des Ipsos-Instituts beteiligten sich 1.013 Personen. Der mögliche Fehlerquotient liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten.
(APA/red)

30.10.2007 13:40