Als Protest gegen "ungerechte" Urteile:
Madrid-Attentäter in Hungerstreik getreten
- Zehn Männer verweigern die Nahrungsaufnahme
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Aus Protest gegen ihre langjährigen Haftstrafen sind zehn der wegen der Anschläge von Madrid verurteilten Attentäter in Hungerstreik getreten. Die Häftlinge sitzen in verschiedenen Gefängnissen im Raum Madrid und in Alicante im Osten des Landes, wie die Behörden mitteilten. Sie hätten das Personal darüber informiert, dass sie keine feste Nahrung mehr zu sich nähmen.
Ein Gericht hatte 21 der 28 wegen der Bombenanschläge auf Madrider Pendlerzüge Angeklagten schuldig gesprochen und teilweise zu - allerdings nur symbolischen - mehreren tausend Jahren Haft verurteilt. Sie müssen faktisch maximal 40 Jahre im Gefängnis bleiben.
Unter den Häftlingen, die in Hungerstreik getreten sind, sind den Angaben zufolge der Marokkaner Jamal Zougam, der dem Urteil zufolge mindestens eine Bombe in einen der Züge gebracht hat, und sein Landsmann Othman Gnaoui, der die rechte Hand des Chefs der Operation gewesen sein soll. Bei den Anschlägen waren am 11. März 2004 insgesamt 191 Menschen getötet und 1.800 weitere verletzt worden.
Entschädigung für die Opfer
Die Angehörigen der 191 Toten bei den Bombenanschlägen auf vier Madrider Pendlerzüge erhalten je 900.000 Euro Entschädigung. Die Richter ergänzten damit ihre Urteile, in denen sie nur die Entschädigungssummen für die 1.856 Verletzten (je nach Grad der Verletzung 30.000 bis 1,5 Millionen Euro) festgelegt hatten.
Für die Summen müssen im Prinzip die Marokkaner Otman El Gnaoui und Jamal Zougam sowie der Spanier José Emilio Suárez Trashorras aufkommen, die in dem spanischen "Jahrhundertprozess" als Haupttäter verurteilt worden waren. Da die Verurteilten die Gelder kaum aufbringen können, wird der spanische Staat die Entschädigungen zahlen müssen.
(APA/red)
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