Politische Unruhen erschüttern Georgien:
Demonstranten fordern verfrühte Wahlen
- Tausende Anhänger der Opposition auf der Straße
- Präsident soll schwere Verbrechen beauftragt haben

In Georgien haben tausende Anhänger der Opposition mit Protesten gegen Präsident Michail Saakaschwili begonnen. Vor dem Parlament in der Hauptstadt hätten sich Menschen aus dem ganzen Land versammelt, um vorgezogene Parlaments- und Präsidentenwahlen für Frühjahr 2008 zu fordern, meldete die russische Agentur Interfax aus Tiflis. Demonstranten trügen Transparente mit Losungen, die gegen die Regierung und den Präsidenten gerichtet sind. "Die Opposition versucht, die Wut der unzufriedenen Bevölkerung gegen Saakaschwili und seine Umgebung zurückzuhalten", sagte der Mitinitiator der Proteste, Gia Tortladse.
Zur Kundgebung erwartete die Opposition etwa 100.000 Teilnehmer. Ein Großteil der georgischen Bevölkerung ist unzufrieden, weil Hoffnungen auf bessere Lebensbedingungen seit der Rosenrevolution von 2003 nicht erfüllt wurden. Ungeachtet des Aufschwungs ist besonders auf dem Land die Armut bisher nicht spürbar zurückgegangen. Die Opposition verlangte auch die Freilassung politischer Gefangener. "Wenn unsere Forderungen nicht erfüllt werden, wäre das ein folgenschwerer Fehler der Regierung", sagte Tortladse. Der Zorn des Volkes sei sehr groß.
Schwere Verbrechen vom Präsidenten angeordnet?
Bereits Ende September hatten 10.000 Oppositionsanhänger in Tiflis protestiert, nachdem der Widersacher von Saakaschwili, Ex- Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili, verhaftet worden war. Okruaschwili hatte seinem früheren Weggefährten schwere Verbrechen bis hin zu Auftragsmord vorgeworfen. Später nahm der Politiker die Anschuldigungen zurück, gestand selbst Straftaten ein und wurde im Oktober gegen Zahlung einer Kaution von 10 Millionen Lari (4,5 Mio Euro) freigelassen. Inzwischen hat er sich nach Oppositionsangaben nach München abgesetzt. Die Opposition besteht weiter auf einer objektive Klärung der Vorwürfe gegen den Präsidenten. (apa/red)
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