Acht Tote bei Hochwasserkatastrophe: Lage in Mexiko chaotisch und unkontrollierbar
- Tausende sitzen noch immer auf ihren Dächern fest
- Plus: Die Bilder der Flut und Spendenmöglichkeiten

·BILDER: Hochwasser-
Katastrophe in Mexiko
Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen
Durch die schweren Überschwemmungen im Süden Mexikos sind bisher acht Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden mitteilten, starben im Bundesstaat Chiapas sieben Menschen, im großteils überfluteten Nachbarstaat Tabasco war zuvor ein Toter gemeldet worden. Dort wird die Lage nach Berichten von Helfern zunehmend chaotisch und unkontrollierbar. Es wurden die ersten Plünderungen gemeldet.
Fünf Menschen wurden in Chiapas durch die Wassermassen in den Tod gerissen. Ein honduranischer Einwanderer ertrank, als er einen Fluss überqueren wollte und ein achtjähriges Mädchen starb bei einem Sturz von einer Brücke. Die tagelangen Regenfälle führten in den Bergen von Chiapas zu schweren Verwüstungen. Wie die Behörden von Chiapas am Samstag weiter mitteilten, sind 60 Dörfer und Gemeinden derzeit auf dem Landweg wegen Erdrutschen und zerstörter Straßen nicht zu erreichen. Sie müssen auf dem Luftwege mit Lebensmitteln versorgt werden. Auf diese Weise wurden bereits 50 Tonnen Lebensmittel und Medikamente in die Orte gebracht.
Bürger plündern Geschäfte
Im ganzen Land werden Hilfsgüter und Lebensmittel gesammelt und in die Unglücksregion transportiert. Obwohl Präsident Felipe Calderon den Sicherheitskräften befohlen hatte, die verlassenen Gebiete zu schützen, plünderten in Tabasco Dutzende von Bürgern einen Supermarkt und andere Geschäfte. Die Lage sei zunehmend chaotisch, berichtete ein Helfer. Es fehlten vor allem Lebensmittel und Trinkwasser. Viele Menschen seien verzweifelt auf der Suche nach Familienangehörigen.
Krokodile und Cholera
In der fast vollständig unter Wasser stehenden Regionalhauptstadt Villahermosa verbreiteten zudem Horrornachrichten Angst und Schrecken. So hieß es, im Wasser wimmle es von Krokodilen und ein Damm um die Stadt werde bald brechen. Der stellvertretende Gesundheitsminister Mauricio Hernandez warnte vor einem Ausbruch der Cholera und anderer durch Wasser übertragener Krankheiten.
Tausende sitzen auf Dächern
Nach mehreren Tagen warteten immer noch mehrere Tausend Menschen zusammengepfercht auf den Dächern ihrer Häuser verzweifelt auf Rettung, da die Straßen in Tabasco zum Teil sechs Meter unter Wasser standen. Unter den Festsitzenden seien auch schwangere Frauen und Kinder, berichteten Augenzeugen. 70.000 Hilfesuchende überfüllten die Notunterkünfte in dem zu 80 Prozent überfluteten Staat. Tausende Menschen haben das Katastrophengebiet fluchtartig verlassen, um in den Nachbarstaaten Campeche und Veracruz Zuflucht zu suchen.
Spendenmöglichkeiten:
Caritas
PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Hochwasser Mexiko
Österreichisches Rotes Kreuz
PSK 2.345.000, BLZ 60.000, Kennwort: Katastrophenhilfe
spende.roteskreuz.at
(apa/red)
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