Donnerstag, 1. November 2007

UNO warnt vor neuer Opium-Schwemme:
Afghanische Produktion schnell angestiegen

  • "Überschuss im Vergleich zum weltweiten Konsum"
  • Drogenherstellung hat sich seit 2005 verdoppelt

Nach einer Überproduktion von Opium in Afghanistan droht Zentralasien nun mit Drogen überschwemmt zu werden. "Es gibt einen Überschuss bei der Produktion im Vergleich zum weltweiten Konsum", sagte der Chef der UN-Anti-Drogenbehörde für Europa, West- und Zentralasien (ONUDC), Jean-Luc Lemahieu, auf einer internationalen Konferenz zum Kampf gegen den Drogenhandel in Kabul.

Die Herstellung von Opium sei 2007 in Afghanistan um 34 Prozent angestiegen und habe sich seit 2005 verdoppelt. Nach dem jüngsten ONUDC-Bericht wurden in diesem Jahr rund 8.200 Tonnen Opium angebaut. Rund 90 Prozent des weltweit hergestellten Opiums stammen aus Afghanistan, vor allem aus der Grenzregion zu Pakistan und dem Iran.

"Diese enorme Menge wird eine Flutwelle in der Region auslösen und es ist notwendig, darauf zu reagieren", sagte Lemahieu. Der Preis für Drogen auf den regionalen Märkte werde sinken und damit vor allem in China und Indien die Abhängigkeit verstärken. Während des zweitägigen Treffens in Kabul beraten Experten aus 55 Ländern über Möglichkeiten zur Bekämpfung des Drogenhandels auf regionaler Ebene. Bei dem dritten Treffen der Staaten des sogenannten Pariser Paktes zu Afghanistan forderten die Teilnehmer einen verstärkten Informationsaustausch zwischen den Staaten in der Region sowie gemeinsame Grenzpatrouillen.

Gute Strategie erst vor Ausführung
Die internationale Gemeinschaft finanziert bereits einige Programme gegen den Drogenanbau in Afghanistan. Die ONUDC stellt sich aber auf einen längeren Kampf gegen den Opiumanbau ein. Im sogenannten goldenen Dreieck zwischen Vietnam, Laos, Thailand und Birma habe es 20 bis 30 Jahre gedauert, bevor erste Erfolge sichtbar wurden. "Die Strategie gegen Drogen in Afghanistan ist gut. Sie muss jetzt effizient angewendet werden mit regionaler und internationaler Unterstützung", sagte der Vertreter der ONUDC in Pakistan, Vincent McLean. Pakistan, Iran und Afghanistan haben in diesem Jahr bereits eine Vereinbarung zur Bekämpfung des Drogenhandels unterzeichnet. Die zuständigen Minister der Länder wollen sich im Dezember in Teheran treffen, um gemeinsame Maßnahmen zu beschließen. (apa/red)

1.11.2007 18:23