Türkei erwägt Sanktionen gegen die PKK:
Irak-Einmarsch von Bush-Treffen abhängig
- USA reagieren skeptisch auf militärische Töne
- PLUS: Auch Zusammenzug zehntausender Soldaten

·Rebellen fordern nun einen Plan für Frieden
PKK möchten bewaffnete
Kämpfe endlich beenden
·Türkei: Sanktionen gegen PKK-Helfer
Plus: Nun Zusammenzug zehntausender Soldaten
·USA verrät Türkei Stellungen der PKK
Plus: Überwachung des Luftraums vorgeschlagen
·Türkei bombardiert kurdische Rebellen
Erdogan fordert 'dringend
Maßnahmen' gegen PKK
·Erdogan erwartet US- Vorschläge gegen PKK
Außenministerin Rice im nun Anflug nach Istanbul
·Barzani hofft auf eine friedliche Lösung
Iraks Kurdenchef ruft zu PKK-Gewaltverzicht auf
·GRAFIK: Türkische Angriffe im Nordirak
Luftwaffe bombardiert Stellungen der PKK
·Türkisches Militär greift PKK im Irak an
Luftwaffe bombardiert PKK-Rebellenstellungen
·Türkei lehnt Waffen-
ruhe mit Rebellen ab
Irak will Aktionen der PKK nicht mehr dulden
Die türkische Regierung hat beschlossen, Unterstützer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak mit Wirtschaftssanktionen zu bestrafen. Unklarheit herrschte allerdings zunächst über die Umsetzung der Sanktionen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan dementierte einen Bericht des Fernsehsenders NTV, wonach die Türkei bereits ihren Luftraum für Flüge in und aus dem Nordirak gesperrt hätte, und erklärte, die Sanktionen würden erst später umgesetzt. Außenminister Ali Babacan sagte dagegen, einige der Strafmaßnahmen seien bereits eingeführt worden.
Die Wirtschaftssanktionen sollten sorgfältig abgewogen werden, damit sie die Rebellen und nicht die einfache Bevölkerung im Irak oder in der Türkei träfen, betonte Babacan. Ankara wirft der kurdischen Autonomieverwaltung im Nordirak vor, sie unterstütze die Rebellen, die von Stützpunkten im Irak aus Ziele im Südosten der Türkei attackierten.
Die Entscheidung über einen möglichen türkischen Einmarsch in die Kurdengebiete im Nordirak soll bei dem Treffen zwischen Ministerpräsident Erdogan und US-Präsident George W. Bush in Washington fallen, erklärte am Donnerstag Außenminister Babacan weiter. Er betonte zugleich, dass jeglicher Angriff über die irakische Grenze hinweg "terroristische Stellungen" zum Ziel habe und keineswegs eine umfassende "Invasion" darstelle.
Die USA reagierten skeptisch auf die militärischen Töne aus Ankara. "Wir wollen natürlich nicht, dass die Türkei ihre eigenen Militäroperationen über die Grenze hinweg startet, da es schon genug Probleme im Irak gibt", sagte Vizeaußenminister Nicholas Burns in Wien. "Wir würden gerne sehen, wenn das vermieden würde. Es ist aber absolut zwingend, dass Maßnahmen ergriffen werden, um PKK-Attacken in Zukunft zu verhindern."
Die Sanktionen Ankaras könnten unter anderem die Autonomiebehörde des irakischen Kurdenführers Massoud Barzani treffen. Er hat die türkische Führung gegen sich aufgebracht, weil er sich weigert, gegen die PKK-Rebellen im Nordirak vorzugehen. Der kurdisch dominierte Norden des Irak ist auf türkische Lebensmittellieferungen angewiesen. Außerdem gibt es größere türkische Investitionen in die Baubranche und den Energiesektor, der zehn Prozent seiner Elektrizität aus der Türkei bezieht.
Die Türkei zieht derzeit zehntausende Soldaten im Grenzgebiet zusammen und hat trotz der Proteste aus den USA und Europa mit einem Einmarsch in das Nachbarland gedroht. (apa/red)
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