Donnerstag, 1. November 2007

Bhutto doch nach Dubai abgereist: Wollte trotz blutiger Anschläge im Land zur Familie

  • Pakistan: Selbstmordattentat tötete acht Menschen
  • Zudem 70 Aufständische bei Kämpfen umgebracht

Zwei Wochen nach ihrer Rückkehr aus dem Exil ist die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto nach Dubai geflogen. Das bestätigte ihr Sprecher Jamir Soomro in Karachi. Noch am Mittwochabend hatte Bhutto erklärte, sie wolle die geplante Reise verschieben. Zur Begründung hieß es, sie befürchte, die pakistanische Regierung könnte während ihrer Abwesenheit den Ausnahmezustand ausrufen. In Dubai will Bhutto ihren Ehemann und ihre drei Kinder besuchen. Die Politikerin lebte dort und in London jahrelang im Exil. Bei ihrer Rückkehr am 18. Oktober explodierte eine Bombe zwischen den Feiernden und tötete 145 Menschen.

Bei Kämpfen im unruhigen Nordwesten des Landes hat die pakistanische Armee nach offiziellen Angaben bis zu 70 Aufständische getötet. Die Sicherheitskräfte hätten im Swat-Tal einen Angriff der Rebellen zurückgeschlagen, erklärte ein Vertreter der Provinz Khawzakhela. Dabei seien 60 bis 70 Islamisten ums Leben gekommen. Die Regierungstruppen hätten keine Verluste erlitten. Damit sind in einer Woche mehr als 180 Menschen in der an Afghanistan grenzenden Region getötet worden.

Selbstmordattentat tötete 8 Menschen
Bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan sind acht Luftwaffenangehörige und der Attentäter getötet worden, wie die Streitkräfte und die Polizei mitteilten. Rund 40 Menschen wurden verletzt, als ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad einen Bus rammte. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe von Sargodha, einer Stadt im Osten der Provinz Punjab. "Es wurden acht Menschen getötet, darunter vier Offiziere", sagte Militärsprecher General Waheed Arshad. Der Bus habe die Militärangehörigen zu einer Luftwaffenbasis transportiert, als sich der Anschlag ereignete.

Musharraf unter Bedrängnis
Erst vor zwei Tagen hatte ein anderer Selbstmordattentäter einen Kontrollpunkt der Polizei in Rawalpindi angegriffen und dabei sieben Menschen getötet. Die radikalen Islamisten bekämpfen die Regierung von Präsident General Pervez Musharraf, der die Politik der USA im Kampf gegen den Terror und im benachbarten Afghanistan unterstützt.

Die ohnehin prekäre politische Lage in Pakistan hat sich jüngst weiter verschärft. Stein des Anstoßes ist Musharrafs bisheriges Festhalten an der Position des Militäroberbefehlshabers, die nicht mit jener des Präsidenten vereinbar ist. Er hatte versprochen, seine Funktion als Oberbefehlshaber zurückzulegen, sobald die Verfassungsrichter seine Wahl zum Präsidenten bestätigen. Für Jänner sind in Pakistan auch Parlamentswahlen angesetzt. (APA/red)

1.11.2007 12:18