Bhutto soll Pakistan nun wieder verlassen:
Ausnahme-Zustand durch Musharraf möglich
- Aus Angst vor Machtverlust zu allem Möglichen fähig
- Abwesenheit soll mindestens eine Woche andauern
·GRAFIK: Kurze Bio von Benazir Bhutto
Ex-Premierministerin entkommt Anschlag
·Eine Chronologie des politischen Pakistan
Von der Unabhängigkeit bis zur Militärdikatur
·Proteste gegen Pakistans Wahlfarce
Geschwächter Musharraf will an der Macht bleiben
Vor dem erwarteten Urteil des Verfassungsgerichtshofes zur Position des pakistanischen Machthabers Pervez Musharraf will Oppositionsführerin Benazir Bhutto ihr Land vorübergehend verlassen. Ein maßgeblicher Vertreter ihrer Pakistanischen Volkspartei (PPP), der anonym bleiben wollte, sagte in Islamabad, Grund sei die unsichere politische Lage. Das Höchstgericht entscheidet darüber, ob Musharraf bei der indirekten Präsidentenwahl Anfang Oktober überhaupt hätte antreten dürfen, weil er zugleich Armeechef ist.
Es wird befürchtet, der Machthaber könnte den Ausnahmezustand ausrufen, sollten die Richter ihm den Wahlsieg im Nachhinein streitig machen. Die 54-jährige Bhutto war erst kürzlich nach acht Exil-Jahren heimgekehrt. Die USA bemühen sich um eine Machtteilung zwischen Bhutto und Musharraf.
Bhutto soll für eine Woche weg
"Wir haben ihr (Bhutto) geraten, das Land für mindestens eine Woche zu verlassen", sagte der PPP-Vertreter. Benazir Bhutto werde vor einer am 9. November in der Garnisonsstadt Rawalpindi bei Islamabad geplanten Kundgebung zurückkehren. PPP-Sprecher Farhatullah Babar sagte dagegen, Bhutto besuche nur ihre Familie. Ihr Ehemann und ihre drei Kinder hatten sie bei der Rückkehr aus dem Exil nicht begleitet, sondern waren in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten geblieben. Nur Stunden nach ihrer Heimkehr aus dem Exil vor zwei Wochen war ein Selbstmordanschlag auf Bhutto in Karachi verübt worden. Dabei waren 143 Menschen getötet und mehr als 500 weitere verletzt worden. (APA/red)
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