Samstag, 3. November 2007

Sloweniens Premierminister Janez Jansa zu "profil": "Stecken bei Ortstafeln fest"

  • Für EU-Vorsitz Sloweniens hat Erweiterung Priorität
  • Interview: Kandidatenstatus für Serbien gefordert

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert Sloweniens Premierminister Janez Jansa, dass die Frage zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten weiter ungelöst bleibt. "Bei den Ortstafeln stecken wir fest, und das ist bedauerlich", erklärt Jansa, der es "traurig" findet, dass Bundeskanzler Alfred Gusenbauer mit seinem letzten Kompromiss-Angebot gescheitert ist.

Jansa, seit 2004 Chef der regierenden Mitte-Rechts-Koalition, erkennt auch positive Änderungen in Kärnten. "Die Situation der Kärntner Slowenen ist nicht schwarz-weiß zu sehen. Es gibt einige Verbesserungen, was zweisprachige Schulen und Kindergärten betrifft. Sehr ermutigend finde ich die Tatsache, dass die Zahl der Schüler in diesen Einrichtungen steigt."

Direkte Kritik am Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider vermeidet Jansa. "Aber auch wir haben eine Partei, die alles schlecht findet, was mit der EU zu tun hat, und die auch gegen den Beitritt war", erläutert Janda im "profil"-Interview. Er habe den Kärntner Landeshauptmann bisher nicht getroffen. "Unser Hauptgesprächspartner wird auch in Zukunft die Regierung in Wien sein."

Zum EU-Vorsitz Sloweniens ab 2008 erklärt Jansa, dass die Aufnahme weiterer Balkanländer in die EU Priorität haben sollte. Mit Mazedonien sollten "möglichst bald" konkrete Verhandlungen beginnen. Hauptproblem am Balkan sei derzeit die ungelöste Frage des künftigen Status des Kosovo. "Wir als EU müssen Serbien ein Signal geben, dass wir den Status des Kosovo nicht mehr mit der europäischen Perspektive Serbiens verbinden", so Jansa. So sollte Serbien 2008 den Status als Beitrittskandidat erhalten.

Zu den in der Nähe von Maribor/Marburg entdeckten Massengräbern von Opfern der Tito-Partisanen kündigt Jansa im "profil"-Interview die Aufstellung eines Mahnmals an. Überrascht hätten ihn die "riesigen Ausmaße" der Fundstellen.

Lesen Sie die ganze Story im aktuellen "profil"!

3.11.2007 08:05