Schwarzer Strippenzieher: Wie Wolfgang Schüssel im Kampf gegen Rot Regie führt
- NEWS über ÖVP Backstage - wer ihn dabei unterstützt
- Besonderes politisches Verhältnis zu Ursula Plassnik

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·Schüssel ortet kein
frühes Koalitionsende
Positive Leistungen von Reizthemen zugedeckt
·Schüssel einsamer Obmann-Rekordhalter
Mit 12 Jahren vor Mock längstdienender VP-Chef
·Neue Perspektiven für Zukunft der ÖVP
64-Seiten-Papier enthält großes Konfliktpotenzial
Hinter den Kulissen ist der nunmehrige VP-Klubobmann freilich alles andere als ein unbeteiligter Zuschauer auf der Ersatzbank. Im Gegenteil, er sei nach wie vor "ein Mastermind", gar der "eigentliche schwarze Drahtzieher im Hintergrund", berichten gleich mehrere ÖVP-Granden. Er sei es, der die "harte Ausländerlinie" vorgebe. Er sei es, der VP-Außenministerin Ursula Plassnik rate, SP-Kanzler Alfred Gusenbauer nicht allzu viel Platz auf dem internationalen Parkett zu lassen. Schüssel habe auch wenig Freude mit den Emanzipationsversuchen von Parteiobmann Wilhelm Molterer, berichten VP-Insider.
Und er sei es auch, der - last, but not least - eine "konstante Eska-lationsstrategie gegenüber der SPÖ" wolle. Der "Wolfgang hat eben noch eine Rechnung offen. Er will den Menschen zeigen, dass die SPÖ nur leere Versprechungen" mache, berichtet einer seiner Vertrauten. Um sein großes politisches Ziel wahr werden zu lassen und um die Schmach des 1. Oktober 2006 wettzumachen und die Volkspartei doch noch auf den ersten Platz zu hieven, ist Schüssel zu vielem bereit.
Wöchentliche Informationen für Schüssel
Der Klubobmann lässt sich wöchentlich in sämtlichen Ministerien über die "neuesten Entwicklungen, Pläne und Koalitionsstreitigkeiten informieren", erzählt ein Regierungsmitglied - so intensiv, wie es sein Vorgänger im Klub, der jetzige Partei-Chef Molterer, nie getan hat. Eskaliert etwa der "Fall Arigona" und steht VP-Innenminister Günther Platter unter Druck, ist es Schüssel, der sich immer wieder mit dem schwarzen Minister berät. Er war es auch, der Platter in seiner kompromisslosen Haltung unterstützte. "Wir dürfen der FPÖ rechts von uns keinen Platz lassen", lautet das Argument. Mit einer harten "Ausländerpolitik" könne die ÖVP punkten und die SPÖ unter Druck setzen, erklärt er den VP-Ministern.
Besonderes politisches Verhältnis zu Plassnik
Ein besonderes politisches Verhältnis pflegt er nach wie vor zu seiner ehemaligen Kabinettschefin Plassnik. In VP-Strategiesitzungen ist es immer sie, die neben ihm Platz nimmt. Und wenn er "ganz wichtige Dinge mit Wilhelm Molterer zu besprechen hat, besteht er oft darauf, dass sie anwesend ist", erzählt ein VP-Mann. Schüssel vertraut Plassnik von allen am meisten. Sie will er auch zusehends zum schwarzen Star aufbauen. Denn sie könne, so glaubt er, der ÖVP auch bei urbanen Wählern helfen.
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